Aktuelle Änderung: Die 65%-Pflicht des GEG wurde vom Bundestag auf den 1. November 2026 verschoben. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) soll die Regel noch vorher vollständig abschaffen. Alle Details zum neuen Gesetz.
Die Kernforderung: Die verschobene 65-Prozent-Regel
Das Herzstück des GEG war ursprünglich die Pflicht, neu installierte Heizungssysteme zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Der Bundestag hat dieses Vorhaben jedoch im Mai 2026 gestoppt und den Stichtag für Großstädte vorsorglich auf den 1. November 2026 verschoben, um Zeit für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) zu schaffen. Nach Inkrafttreten des GModG soll die 65%-Regel komplett entfallen.
- Großstädte (über 100.000 Einwohner): Die Pflicht wurde vom 30. Juni 2026 auf den 1. November 2026 verschoben (und entfällt mit dem GModG ganz).
- Kleinere Städte und Gemeinden: Die ursprüngliche Frist (30. Juni 2028) wird durch das GModG hinfällig.
- Neubaugebiete: Hier gilt die 65%-Pflicht für Neubauten bereits seit Januar 2024.
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Welche Heizungen sind laut GEG noch erlaubt?
Wenn Sie ab dem Stichtag im Jahr 2026 eine neue Heizung einbauen, haben Sie folgende gesetzlich anerkannte Optionen, um die 65%-Erneuerbare-Vorgabe zu erfüllen:
- Die elektrische Wärmepumpe: Nutzt Umweltwärme aus Luft, Wasser oder Erde (100 % konform).
- Der Anschluss an ein Fernwärmenetz: Extrem komfortabel, sofern ein Netzanschluss in Ihrer Straße vorhanden ist.
- Die Biomasseheizung (Pelletheizung): Nutzt Holzpellets oder Scheitholz (erfüllt die Vorgabe, wird aber wegen Feinstaubbelastung kontrovers diskutiert).
- Die Solarthermie-Hybridheizung: Eine Gastherme kombiniert mit einer großen Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung.
- Die H2-Ready Gasheizung: Eine Gasheizung, die auf 100 % Wasserstoff umgerüstet werden kann. Achtung: Dies ist nur erlaubt, wenn ein verbindlicher kommunaler Transformationsplan für ein Wasserstoffnetz vorliegt, was extrem selten der Fall ist. Alle Details zu Kosten, Förderung und Verfügbarkeit von Wasserstoff-Heizungen 2026.
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Die 30-Jahre-Austauschpflicht für Alt-Heizungen
Neben den Regeln für den Neueinbau enthält das GEG eine wichtige Pflicht für bestehende Heizungen: Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind und auf klassischer Konstanttemperatur-Technologie basieren, müssen zwingend außer Betrieb genommen werden.
- Ausnahmen: Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die das Gebäude bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt haben, sind von dieser Pflicht befreit. Erst bei einem Eigentümerwechsel (Kauf, Erbe, Schenkung) greift die Pflicht für den neuen Besitzer mit einer Frist von zwei Jahren.
- Enddatum: Spätestens am 31. Dezember 2044 dürfen in Deutschland keinerlei fossile Brennstoffe (Öl und Gas) mehr zum Heizen in Gebäuden genutzt werden.
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Energetische Nachrüstpflichten bei Dämmung und Rohren
Das GEG schreibt nicht nur Heizungsregeln vor, sondern fordert auch minimale Dämmstandards, die oft übersehen werden:
- Dämmung der obersten Geschossdecke: Unbeheizte Dachböden, die an beheizte Räume grenzen, müssen eine Wärmedämmung aufweisen.
- Rohrdämmung: Frei zugängliche Leitungen für Heizungswasser und Warmwasser in unbeheizten Räumen (z.B. im Keller) müssen lückenlos gedämmt sein, um Wärmeverluste zu verhindern.
- Strafen bei Nichtbeachtung: Verstöße gegen die Nachrüstpflichten des GEG gelten als Ordnungswidrigkeiten und können mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
- Energieausweis-Pflicht: Bei Verkauf oder Neuvermietung ist ein gültiger Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben — er muss unaufgefordert vorgelegt werden.
Exkurs: Wie Sie die Pflicht zur Chance machen
Anstatt die 65%-Regel als Belastung zu sehen, sollten Hausbesitzer sie als lukrative Chance begreifen. Die optimale Reihenfolge der energetischen Sanierung zeigt, wie Sie Fördergelder maximal ausschöpfen und Fehlinvestitionen vermeiden. Der Staat flankiert die Pflichten des GEG mit beispiellosen Fördermitteln. Wer heute freiwillig eine Gasheizung gegen eine Wärmepumpe tauscht, erhält über die KfW 458 Heizungsförderung bis zu 70 % der Kosten erstattet.
Zudem senkt der Umstieg auf eine Wärmepumpe, besonders in Kombination mit eigenem Solarstrom (Photovoltaik), die jährlichen Betriebskosten oft um mehr als die Hälfte. Warten Sie also nicht, bis Ihre alte Heizung an Heiligabend endgültig ausfällt und Sie unter Zeitdruck teure Notlösungen kaufen müssen. Planen Sie den Heizungstausch entspannt im Sommer, wenn Handwerker verfügbar sind und Sie die maximale Förderung in Ruhe beantragen können.
Falls es doch zum Heizungsnotfall kommt: Unsere Härtefallregelung 2026 erklärt alle Optionen — von Reparatur über Übergangsheizung bis zur KfW-Förderung mit Klimabonus.
Neue Gesetzeslage 2026: Das GModG
Das im Mai 2026 vom Bundeskabinett verabschiedete Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) löst das alte GEG ab. Die starre 65-%-EE-Pflicht für neue Heizungen wurde gestrichen und durch eine flexible „Bio-Treppe" ersetzt. Für Hausbesitzer bedeutet das mehr Freiheit bei der Heizungswahl — aber auch: Wer jetzt auf fossile Brennstoffe setzt, muss steigende CO₂-Kosten und höhere Biokraftstoff-Beimischungen einplanen. Die Wärmepumpe bleibt die wirtschaftlich und ökologisch beste Wahl — auch im Altbau ohne Fußbodenheizung funktioniert sie mit modernen Hochtemperatur-Modellen zuverlässig.
GModG Mai 2026: Das neue Gesetz
Das im Mai 2026 vom Kabinett verabschiedete Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ersetzt wesentliche Teile des GEG:
- 65-%-EE-Pflicht gestrichen: Keine starre Vorgabe mehr für erneuerbare Energien beim Heizungstausch.
- Bio-Treppe eingeführt: Steigende Beimischungsquoten für Biokraftstoffe (HVO, Bio-Öl, Biogas) als Alternative.
- Nullemissionshäuser: Für Neubauten ab 2030 verbindlich (EU-Vorgabe).
- Mieterschutz gestärkt: Vermieter können Modernisierungskosten nur noch begrenzt umlegen.
Für Hausbesitzer bedeutet das mehr Freiheit — aber die wirtschaftliche Logik bleibt: Fossile Brennstoffe werden durch CO₂-Preis und Bio-Pflicht jedes Jahr teurer. Die Wärmepumpe bleibt die günstigste langfristige Option.
Das GModG ersetzt dabei wesentliche Teile des alten GEG und führt mit der Bio-Treppe ein völlig neues Steuerungsinstrument ein.
Das Ziel der Bundesregierung ist ein klimaneutraler Gebäudebestand bis spätestens 2045.
Das Gebäudeenergiegesetz und seine Nachfolgeregelungen bilden den rechtlichen Rahmen für die Energiewende im Gebäudesektor.




