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Wärmepumpen•⏱️ 6 Min. Lesezeit•📅 Aktualisiert am 2026-05-18

Erdwärmepumpe: Warum sich geothermische Bohrungen lohnen

Während Luft-Wasser-Wärmepumpen die Außenluft anzapfen, nutzen Erdwärmepumpen (Sole-Wasser-Wärmepumpen) die ganzjährig konstante Wärme des Erdreichs. Ab einer Tiefe von 10 Metern herrscht in Deutschland eine konstante Temperatur von ca. 10 °C. Dies macht Erdwärmepumpen zu den effizientesten und langlebigsten Heizsystemen überhaupt. Doch wie hoch sind die Erschließungskosten und wann amortisiert sich der Aufwand?

Erdwärmepumpe: Warum sich geothermische Bohrungen lohnen

Funktionsprinzip der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Erdwärmepumpen entziehen dem Boden Wärme über zwei Methoden:

1. Erdsonde (Tiefenbohrung): Es wird ein tiefes, vertikales Loch (meist 50 bis 150 Meter tief) gebohrt. Darin zirkuliert eine Frostschutz-Flüssigkeit (Sole), die die Wärme aufnimmt. Platzsparend und hocheffizient.

2. Erdkollektoren (Flächenkollektoren): Es werden Rohre schlangenförmig knapp unter der Frostgrenze (ca. 1,5 Meter tief) über eine große Gartenfläche verlegt. Benötigt viel unversiegelte Grundstücksfläche.

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Die unschlagbaren Vorteile der Erdwärme

1. Phänomenale Effizienz (JAZ 4,5 – 5,5)

Da die Erdwärme selbst im tiefsten Winter konstant bei ca. 10 °C liegt, muss der Kompressor der Wärmepumpe die Temperatur nur minimal anheben. Das führt zu rekordverdächtigen Jahresarbeitszahlen: Aus 1 kWh Strom erzeugt eine Erdwärmepumpe bis zu 5,5 kWh Wärme!

2. Absolut lautloser Betrieb im Außenbereich

Da sich kein Ventilator im Garten dreht, gibt es im Außenbereich keinerlei Lärmquellen. Lärmstreitigkeiten mit Nachbarn oder Probleme beim Schall-Check für die KfW-Förderung sind physikalisch ausgeschlossen.

3. Kostenlose Kühlung im Sommer (Passive Cooling / "Natural Cooling")

Das ist ein genialer Nebeneffekt: Im Sommer ist das Erdreich kühler als das Haus. Über einen einfachen Wärmetauscher kann die kühle Sole durch die Fußbodenheizung geleitet werden und senkt die Raumtemperatur geräuschlos und fast ohne Stromverbrauch um 3 bis 5 °C.

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Kosten und Förderung für Erdwärmebohrungen

Die Anschaffungskosten für das Heizgerät selbst sind vergleichbar mit Luft-Wärmepumpen, die Erschließung der Wärmequelle ist jedoch teuer:

  • Kosten pro Bohrung: Rechnen Sie mit ca. 80 bis 120 Euro pro Bohrmeter. Für ein typisches Einfamilienhaus werden zwei Bohrungen à 70 Meter benötigt (Kosten ca. 11.000 – 16.000 Euro).
  • Zusatzförderung: Die KfW belohnt die Installation einer Erdwärmepumpe mit dem 5% Effizienzbonus. Viele Bundesländer (wie NRW) zahlen über Landesprogramme zusätzliche Zuschüsse von mehreren tausend Euro für geothermische Bohrungen.
  • Langlebigkeit: Während eine Luft-Wärmepumpe nach 18 Jahren getauscht werden muss, halten die im Boden verlegten Erdsonden problemlos über 50 bis 100 Jahre. Bei einem zukünftigen Heizungstausch muss also nur das Innengerät gewechselt werden.

❓ Häufige Fragen & Antworten (FAQ)

Ist eine Erdwärmebohrung überall in Deutschland erlaubt?

Nein, Erdwärmebohrungen sind genehmigungspflichtig (Untere Wasserbehörde). In Wasserschutzgebieten oder Bergbau-Regionen sind Tiefenbohrungen oft verboten. Hier weicht man meist auf Erdkollektoren oder Luft-Wärmepumpen aus.

Wie viel Fläche benötigt ein Flächenkollektor?

Als Faustformel gilt: Die Kollektorfläche sollte etwa das 1,5- bis 2-Fache der zu beheizenden Wohnfläche betragen. Bei 150 m² Wohnfläche benötigen Sie also ca. 225 bis 300 m² unverbaute Gartenfläche.

Kann man über Kollektoren Bäume pflanzen oder pflastern?

Nein. Der Bereich über Erdkollektoren darf weder gepflastert (versiegelt) noch tief wurzelnd bepflanzt werden, da der Boden durch Regenwasser und Sonneneinstrahlung regenerieren muss.

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