Während Luft-Wasser-Wärmepumpen die Außenluft anzapfen, nutzen Erdwärmepumpen (Sole-Wasser-Wärmepumpen) die ganzjährig konstante Wärme des Erdreichs. Ab einer Tiefe von 10 Metern herrscht in Deutschland eine konstante Temperatur von ca. 10 °C. Dies macht Erdwärmepumpen zu den effizientesten und langlebigsten Heizsystemen überhaupt. Doch wie hoch sind die Erschließungskosten und wann amortisiert sich der Aufwand?
Erdwärmepumpen entziehen dem Boden Wärme über zwei Methoden:
1. Erdsonde (Tiefenbohrung): Es wird ein tiefes, vertikales Loch (meist 50 bis 150 Meter tief) gebohrt. Darin zirkuliert eine Frostschutz-Flüssigkeit (Sole), die die Wärme aufnimmt. Platzsparend und hocheffizient.
2. Erdkollektoren (Flächenkollektoren): Es werden Rohre schlangenförmig knapp unter der Frostgrenze (ca. 1,5 Meter tief) über eine große Gartenfläche verlegt. Benötigt viel unversiegelte Grundstücksfläche.
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Da die Erdwärme selbst im tiefsten Winter konstant bei ca. 10 °C liegt, muss der Kompressor der Wärmepumpe die Temperatur nur minimal anheben. Das führt zu rekordverdächtigen Jahresarbeitszahlen: Aus 1 kWh Strom erzeugt eine Erdwärmepumpe bis zu 5,5 kWh Wärme!
Da sich kein Ventilator im Garten dreht, gibt es im Außenbereich keinerlei Lärmquellen. Lärmstreitigkeiten mit Nachbarn oder Probleme beim Schall-Check für die KfW-Förderung sind physikalisch ausgeschlossen.
Das ist ein genialer Nebeneffekt: Im Sommer ist das Erdreich kühler als das Haus. Über einen einfachen Wärmetauscher kann die kühle Sole durch die Fußbodenheizung geleitet werden und senkt die Raumtemperatur geräuschlos und fast ohne Stromverbrauch um 3 bis 5 °C.
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Die Anschaffungskosten für das Heizgerät selbst sind vergleichbar mit Luft-Wärmepumpen, die Erschließung der Wärmequelle ist jedoch teuer:
Nein, Erdwärmebohrungen sind genehmigungspflichtig (Untere Wasserbehörde). In Wasserschutzgebieten oder Bergbau-Regionen sind Tiefenbohrungen oft verboten. Hier weicht man meist auf Erdkollektoren oder Luft-Wärmepumpen aus.
Als Faustformel gilt: Die Kollektorfläche sollte etwa das 1,5- bis 2-Fache der zu beheizenden Wohnfläche betragen. Bei 150 m² Wohnfläche benötigen Sie also ca. 225 bis 300 m² unverbaute Gartenfläche.
Nein. Der Bereich über Erdkollektoren darf weder gepflastert (versiegelt) noch tief wurzelnd bepflanzt werden, da der Boden durch Regenwasser und Sonneneinstrahlung regenerieren muss.