Angesichts immer heißerer Sommer in Deutschland wird die Kühlung von Wohngebäuden zum Thema Nummer eins. Wer eine Wärmepumpe besitzt, hat einen entscheidenden Trumpf in der Hand: Die meisten modernen Geräte verfügen über eine integrierte Kühlfunktion. Damit lässt sich das gesamte Haus im Sommer angenehm temperieren – und das extrem stromsparend und ganz ohne hässliche Klimageräte an den Wänden.
Wärmepumpen können Gebäude auf zwei völlig unterschiedliche Weisen kühlen. Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt maßgeblich von der Wärmequelle (Luft oder Erdwärme) ab:
Diese Methode funktioniert ausschließlich bei Erdwärme- oder Grundwasser-Wärmepumpen.
Diese Methode kommt vor allem bei Luft-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz.
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Um eine Wärmepumpe zum Kühlen zu nutzen, benötigen Sie ein passendes Wärmeübergabesystem im Haus:
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Beim Kühlen mit Flächenheizungen darf der Boden niemals zu kalt werden, da sonst die Luftfeuchtigkeit am Boden kondensiert (Rutschengefahr und Schimmelbildung). Moderne Wärmepumpen-Regelungen verfügen daher über einen integrierten Taupunkt-Sensor.
Dieser misst permanent die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit und sorgt dafür, dass die Vorlauftemperatur beim Kühlen niemals unter ca. 18 bis 20 °C fällt. Der Boden fühlt sich dadurch angenehm kühl an, wird aber niemals nass.
Laut einer Marktanalyse des BWP vom Frühjahr 2026 verfügen bereits über 80 % aller neu installierten Wärmepumpen über eine integrierte Kühlfunktion (reversibler Betrieb). Der Trend zu längeren Hitzeperioden in Deutschland — 2025 gab es 18 Tage über 30 °C im Bundesdurchschnitt — beschleunigt die Nachfrage. Die passive Kühlung (über Erdwärmesonden oder Flächenkollektoren) verbraucht dabei nur 5–10 % des Stroms einer herkömmlichen Klimaanlage.
Moderne Wärmepumpen mit Kühlfunktion lassen sich 2026 nahtlos in Smart-Home-Systeme integrieren. Über die SG-Ready-Schnittstelle kommunizieren sie mit PV-Anlage und Batteriespeicher: Sobald Solarüberschuss vorhanden ist, aktiviert die Wärmepumpe automatisch die Kühlung — und das praktisch kostenlos. Mehr zur Kombination von Wärmepumpe und Photovoltaik in unserem ausführlichen Ratgeber.
| Kriterium | Passive Kühlung | Aktive (reversible) Kühlung |
|---|---|---|
| Stromverbrauch | Nur Umwälzpumpe (~50 W) | Kompressor (~500–1.500 W) |
| Kühlleistung | 2–4 kW | 6–12 kW |
| Temperaturabsenkung | 3–5 °C unter Außentemperatur | Bis 20 °C unter Außentemperatur |
| Geeignet für | Erdwärmepumpen, milde Sommer | Alle WP-Typen, extreme Hitze |
| Mehrkosten Anschaffung | ~0 € | ~500–1.500 € |
Die passive Kühlung reicht für die meisten Regionen Norddeutschlands aus. In Süddeutschland und im Rhein-Main-Gebiet mit regelmäßigen Hitzewellen über 35 °C ist die aktive Kühlung empfehlenswert. 2026 bieten alle großen Hersteller beide Optionen an.
Die KfW-Förderung (KfW 458) deckt auch die Mehrkosten der Kühlfunktion — sie wird als Teil der Wärmepumpen-Investition mit bis zu 70 % bezuschusst. Die Installation zählt zu den förderfähigen Gesamtkosten von bis zu 30.000 € pro Wohneinheit.
Das im Mai 2026 vom Bundeskabinett verabschiedete Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) löst das alte GEG ab. Die starre 65-%-EE-Pflicht für neue Heizungen wurde gestrichen und durch eine flexible „Bio-Treppe" ersetzt. Für Hausbesitzer bedeutet das mehr Freiheit bei der Heizungswahl — aber auch: Wer jetzt auf fossile Brennstoffe setzt, muss steigende CO₂-Kosten und höhere Biokraftstoff-Beimischungen einplanen. Die Wärmepumpe bleibt die wirtschaftlich und ökologisch beste Wahl, insbesondere in Kombination mit einer PV-Anlage.
Der Stromverbrauch für das Kühlen ist deutlich geringer als für das Heizen. Eine typische 8-kW-Wärmepumpe verbraucht im Kühlbetrieb nur 300–800 Watt — etwa ein Drittel des Heizbetriebs. Bei 30 Kühltagen pro Jahr und 8 Stunden Betrieb sind das nur 72–192 kWh — bei 37 Cent/kWh etwa 27–71 € Stromkosten für den gesamten Sommer. Eine herkömmliche Split-Klimaanlage würde für die gleiche Kühlleistung das Drei- bis Vierfache verbrauchen. Den gesamten Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe können Sie mit unserer Formel präzise berechnen — inklusive Rechenbeispiele für verschiedene Haustypen.
Die Fußbodenheizung ist das perfekte Verteil system für die passive Kühlung. Kaltes Wasser (ca. 16–20 °C) zirkuliert durch die Bodenrohre und entzieht dem Raum Wärme. Der Effekt ist angenehm — keine Zugluft, keine Geräusche, keine sichtbaren Geräte. Die Raumtemperatur sinkt um 3–5 °C unter die Außentemperatur. Für die meisten deutschen Sommer ist das völlig ausreichend.
Die passive Kühlung über Flächenheizungen ist dabei besonders effizient und nahezu kostenlos im Betrieb.
Im Sommer sorgt die reversible Wärmepumpe für angenehme Temperaturen ohne zusätzliche Klimageräte.
Die Kühlung erfolgt dabei völlig geräuschlos und ohne Zuglufterscheinungen.
Eine regelmäßige Wartung der Wärmepumpe erhält die Effizienz der Kühlfunktion über Jahre hinweg.
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