BEG-Förderung 2027: Kürzungen, Termine und neue Boni

Die Heizungsförderung wird 2027 in festen Schritten gekürzt: Für Anträge ab dem 01.02.2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 auf 12 % und der förderfähige Höchstbetrag auf 27.250 €. Zusätzlich halbiert die Richtlinie „ab Quartal 1 2027“ die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 % und gleicht das nur für Geräte mit EU-Ursprung mit einem neuen 15-%-Bonus aus; das genaue Datum steht noch nicht fest. Diese Seite zeigt alle Termine bis 2030 und was sie in Euro bedeuten.

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Inhaltsverzeichnis

Was 2027 sicher ist und was nicht

Die meisten Kürzungen stehen bereits mit Datum in der Förderrichtlinie BEG EM vom 17.07.2026 und im KfW-Merkblatt 458. Für einige Punkte nennt die Richtlinie nur „ab Quartal 1 2027“. Offen ist außerdem, wie viel Geld der Bundeshaushalt 2027 bereitstellt; alle Programme stehen unter dem Vorbehalt verfügbarer Mittel.

Datum Änderung Status
01.12.2026 Neue iSFP-Druckapplikation beim BAFA Pflicht fest
31.12.2026 Ende der Neubau-Förderstufe Effizienzhaus 55 in KfW 297/298 (Antragseingang) fest, „spätestens“
01.02.2027 Klimageschwindigkeitsbonus 12 %, Höchstbetrag 1. WE 27.250 € fest (Antragsdatum)
Q1 2027 Wärmepumpen: Grundförderung 15 % + Wertschöpfungs-Bonus 15 % bei EU-Ursprung in der Richtlinie, Datum offen
Q1 2027 BAFA: WPB-Bonus +5 % für Dämmung an sehr schlechten Gebäuden in der Richtlinie, Datum offen
Q1 2027 Ersatz dezentraler EE-Heizungen mit Inbetriebnahme vor 2008: nur 25 % der Kosten förderfähig in der Richtlinie, Datum offen
Q1 2027 Ersatz von EE-Heizungen ab Baujahr 2008 und Wechsel von Fernwärme auf andere EE-Heizung nicht mehr gefördert laut BEG-FAQ (zitiert vom Öko-Zentrum NRW)
01.07.2027 Wärmepumpen brauchen eine Schnittstelle im EU-Standardformat (z. B. EEBUS) fest
01.08.2027 Klimabonus 8 %, Höchstbetrag 26.500 € fest
01.01.2028 Nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel förderfähig fest
01.02.2028 Klimabonus 4 %, Höchstbetrag 25.750 € fest
01.08.2028 Klimabonus entfällt, Höchstbetrag 25.000 € fest
01.08.2030 Höchstbetrag 22.000 €; Richtlinie endet 31.12.2030 fest

Unverändert bleiben nach heutigem Stand der Einkommensbonus (40/30/10 %), der Familienzuschlag und die Deckel von 70 bzw. 80 %. Details zum Programm stehen auf unserer Seite zur KfW 458.

Der neue Wertschöpfungs-Bonus

Nach Nr. 8.4.1 c und 8.4.6 der Richtlinie beträgt die Grundförderung für Wärmepumpen ab Q1 2027 nur noch 15 %. Für Wärmepumpen, die „ihren Ursprung in der Union haben“, kommen 15 Prozentpunkte hinzu. Für ein Gerät aus EU-Produktion bleibt es damit faktisch bei 30 %, für andere Geräte halbiert sich die Grundförderung. Was als EU-Ursprung gilt, soll das „Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen“ regeln; diese Definition lag zum Redaktionsschluss nicht vor. Andere Heizungen (Biomasse, Solarthermie, Wärmenetzanschluss) behalten 30 %.

Beim KfW-Kredit 261 sollen laut Öko-Zentrum NRW ab Q1 2027 ebenfalls nur noch europäische Wärmepumpen mitgefördert werden. Mehr zum Kredit im Artikel KfW 261 für das Effizienzhaus.

Rechenbeispiel (Annahmen: Selbstnutzer, zvE 60.000 €, also kein Einkommensbonus; funktionierende Ölheizung; Wärmepumpe mit Kosten über dem Höchstbetrag; Q1-Regel gilt ab dem jeweils genannten Antragszeitraum)

Antrag Höchstbetrag Wärmepumpe mit EU-Ursprung ohne EU-Ursprung
bis 31.01.2027 28.000 € 30 % + 16 % = 46 % → 12.880 € 46 % → 12.880 €
Feb.–Juli 2027, Q1-Regel noch nicht aktiv 27.250 € 30 % + 12 % = 42 % → 11.445 € 42 % → 11.445 €
Feb.–Juli 2027, Q1-Regel aktiv 27.250 € 15 % + 15 % + 12 % = 42 % → 11.445 € 15 % + 12 % = 27 % → 7.357,50 €
Aug. 2027–Jan. 2028 26.500 € 15 % + 15 % + 8 % = 38 % → 10.070 € 23 % → 6.095 €
ab Aug. 2028 25.000 € 30 % → 7.500 € 15 % → 3.750 €

Zwischen einem Antrag im Januar 2027 und einem im August 2028 liegen im ungünstigsten Fall 9.130 €. Für Haushalte mit Einkommensbonus fällt der Unterschied prozentual kleiner aus, weil der Deckel von 70 bzw. 80 % oft ohnehin greift. Wie der Einkommensbonus rechnet, zeigt der Artikel zum Einkommensbonus-Nachweis.

Bis wann sollte man beantragen?

Entscheidend ist der Eingang des Antrags, nicht der Einbau. Wer bis 31.01.2027 beantragt, sichert sich 16 % Klimabonus und 28.000 € Höchstbetrag und hat danach 36 Monate für die Umsetzung. Voraussetzung ist ein Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung und eine gültige BzA. So gehen Sie vor:

  1. Jetzt Angebote einholen, Heizlast und Gerät festlegen, auf natürliches Kältemittel und Herkunft achten.
  2. BzA beim Fachbetrieb anfordern (6 Monate gültig).
  3. Vertrag mit Bedingung unterschreiben.
  4. Antrag in „Meine KfW“ vor dem 01.02.2027 stellen.
  5. Einbau innerhalb von 36 Monaten nach Zusage, Nachweise binnen 6 Monaten nach der letzten Rechnung.

Für Dämmung ohne Zeitdruck kann es dagegen sinnvoll sein, auf den WPB-Bonus ab Q1 2027 zu warten, wenn das Haus als Worst Performing Building gilt. Wie der BAFA-Zuschuss funktioniert, steht unter BAFA BEG EM.

Fallstricke beim Rennen gegen die Frist

  • Unbedingter Vertrag aus Zeitnot: Wer vor dem Antrag unterschreibt, verliert alles.
  • Gerät ohne natürliches Kältemittel: Wird nach dem 01.01.2028 eingebaut, sollte vorher geklärt sein, welche Anforderungen für Ihren Antrag gelten; am sichersten ist ein Gerät mit R290 oder einem anderen natürlichen Kältemittel.
  • Herkunft nicht dokumentiert: Für den Wertschöpfungs-Bonus wird ein Nachweis nötig sein. Fragen Sie den Hersteller nach dem Produktionsort, sobald das Infoblatt vorliegt.
  • Neubau mit EH 55 geplant: Der Antrag muss bis 31.12.2026 bei der KfW eingegangen sein, siehe KfW 297.
  • Gerüchte statt Quellen: Der Bundestag hat das GModG bereits im Juli 2026 beschlossen; eine erneute Änderung der BEG für 2027 ist bisher nicht veröffentlicht.

Einen allgemeinen Überblick über alle Förderwege für Wärmepumpen bietet der Ratgeber Wärmepumpen-Förderung.

Quellen und Stand

Stand: 2. November 2026. Das Startdatum der Q1-2027-Änderungen ist nicht veröffentlicht; wir aktualisieren diese Seite, sobald KfW oder BAFA es bekannt geben.

Häufige Fragen & Antworten (FAQ)

Ja. Ab Antrag 01.02.2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus auf 12 % und der Höchstbetrag auf 27.250 €. Ab Q1 2027 sinkt laut Richtlinie zusätzlich die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 %; Geräte mit EU-Ursprung erhalten einen Ausgleich von 15 %.

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