PV-Ertrag berechnen: kWh pro kWp 2026

Bevor Sie eine Solaranlage kaufen, steht eine zentrale Frage im Raum: Wie viel Solarstrom in Kilowattstunden (kWh) wird meine Photovoltaikanlage pro Jahr tatsächlich erzeugen? Die Nennleistung in Kilowatt-Peak (kWp) ist lediglich die Laborleistung unter Standardtestbedingungen. Der reale PV-Ertrag hängt von Ihrem Wohnort, der Dachneigung, Ausrichtung und der Jahreszeit ab. Dieser Leitfaden liefert Ihnen die exakten Berechnungsformeln, bundesweite Ertragstabellen, die Monatsverteilung und konkrete Rechenbeispiele für 5, 10 und 15 kWp Anlagen.

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Auf einen Blick

Inhaltsverzeichnis

kWp vs. kWh: Der Unterschied einfach erklärt

Um den Ertrag einer Photovoltaikanlage richtig zu verstehen, müssen Sie zwei Einheiten unterscheiden:

  • Kilowatt-Peak (kWp): Die maximale elektrische Nennleistung der PV-Module unter genormten Laborbedingungen (STC: 1.000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur, Air Mass 1,5).
  • Kilowattstunden (kWh): Die tatsächliche Strommenge (Energie), die Ihre Anlage über einen bestimmten Zeitraum (z.B. Tag, Monat oder Jahr) erzeugt und in Ihr Hausnetz einspeist.

Als Spezifischer Ertrag (kWh/kWp) wird das Verhältnis aus erzeugtem Strom und installierter Nennleistung bezeichnet. Er ist die wichtigste Kennzahl, um die Qualität und Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage standortunabhängig zu vergleichen.

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Die Grundformel zur Berechnung des PV-Ertrags

Die jährliche Stromerzeugung einer Photovoltaikanlage lässt sich mit folgender Basisformel berechnen:

$$\text{Jahresertrag (kWh)} = \text{Nennleistung (kWp)} \times \text{Spezifischer Ertrag (kWh/kWp)} \times \text{Performance Ratio (PR)}$$

  • Nennleistung (kWp): Modulanzahl $\times$ Modulleistung (z.B. 24 Module à 440 Watt = 10,56 kWp).
  • Spezifischer Ertrag: Liegt in Deutschland je nach Region zwischen 900 und 1.150 kWh/kWp.
  • Performance Ratio (PR): Gibt den Gesamtwirkungsgrad des Systems unter realen Betriebsbedingungen an. Moderne PV-Anlagen mit Hybrid-Wechselrichter und hochwertigen TOPCon- oder HJT-Modulen erreichen einen PR-Wert von 0,80 bis 0,88 (Verluste durch Kabel, Wechselrichter-Wirkungsgrad und Temperatur).

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Ertragstabelle nach Bundesländern 2026

Aufgrund der geografischen Lage und der Sonneneinstrahlung (Globalstrahlung) unterscheidet sich der spezifische Ertrag zwischen Nord- und Süddeutschland spürbar:

Bundesland / Region Spezifischer Jahresertrag (kWh/kWp) Ertrag bei 10 kWp Anlage
Bayern & Baden-Württemberg 1.050 – 1.200 kWh/kWp 10.500 – 12.000 kWh
Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland 980 – 1.080 kWh/kWp 9.800 – 10.800 kWh
Nordrhein-Westfalen (NRW) 920 – 1.020 kWh/kWp 9.200 – 10.200 kWh
Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt 950 – 1.060 kWh/kWp 9.500 – 10.600 kWh
Brandenburg & Berlin 960 – 1.050 kWh/kWp 9.600 – 10.500 kWh
Niedersachsen & Bremen 880 – 980 kWh/kWp 8.800 – 9.800 kWh
Schleswig-Holstein & Hamburg 860 – 960 kWh/kWp 8.600 – 9.600 kWh
Mecklenburg-Vorpommern 900 – 1.000 kWh/kWp 9.000 – 10.000 kWh
Faustregel für Deutschland: Für eine schnelle Überschlagsrechnung kalkuliert man im bundesweiten Durchschnitt mit 1.000 kWh Strom pro 1 kWp Leistung.

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Monatsverteilung: Wann liefert die PV-Anlage Strom?

Der Solarertrag schwankt im Jahresverlauf massiv. Rund 70 bis 75 Prozent des gesamten Jahresstroms werden im Sommerhalbjahr von April bis September erzeugt:

Monat Anteil am Jahresertrag Erzeugung bei 10 kWp (10.000 kWh/Jahr)
Januar 2,0 % 200 kWh
Februar 4,0 % 400 kWh
März 8,5 % 850 kWh
April 11,5 % 1.150 kWh
Mai 14,0 % 1.400 kWh
Juni 15,0 % 1.500 kWh
Juli 14,5 % 1.450 kWh
August 13,0 % 1.300 kWh
September 9,5 % 950 kWh
Oktober 5,5 % 550 kWh
November 2,5 % 250 kWh
Dezember 1,5 % 150 kWh

Was bedeutet das für den Eigenverbrauch?

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Die 4 größten Einflussfaktoren auf Ihren Ertrag

  1. Ausrichtung und Dachneigung:
  • Südausrichtung (30–35° Neigung): 100 % Maximalertrag.
  • Ost-West-Ausrichtung (15–25° Neigung): ca. 85–90 % des Spitzenertrags, dafür aber gleichmäßigere Stromerzeugung über den ganzen Tag (morgens und abends).
  • Norddach (unter 20° Neigung): erzeugt noch ca. 60–65 % Ertrag und wird bei niedrigen Modulpreisen zunehmend belegt.
  1. Verschattung durch Bäume oder Gauben:

Bereits die Teilverschattung eines einzelnen Moduls kann ohne geeignete Technik den gesamten Strang ausbremsen. Nutzen Sie bei schwierigen Dächern PV-Leistungsoptimierer.

  1. Temperaturkoeffizient:

Solarmodule verlieren bei Hitze an Leistung. Bei 60 °C Modultemperatur im Hochsommer sinkt der Wirkungsgrad um etwa 10–15 %. Moderne N-Type-TOPCon- und Heterojunction-Zellen (HJT) weisen mit -0,26 bis -0,30 %/°C deutlich geringere Hitze-Verluste auf als ältere PERC-Module.

  1. Degradation:

Moderne Glas-Glas-Solarmodule degradieren nur um etwa 0,25 bis 0,4 Prozent pro Jahr. Nach 25 bis 30 Betriebsjahren liefern sie immer noch über 85 bis 90 Prozent ihrer ursprünglichen Nennleistung.

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Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsbeispiele (5 kWp, 10 kWp, 15 kWp)

Wie viel Geld spart Ihnen der erzeugte Strom? Bei 35 Cent/kWh Netzstrompreis und 8,03 Cent/kWh Einspeisevergütung ergibt sich folgende Jahresbilanz:

Anlagengröße Jahresertrag (bei 1.000 kWh/kWp) Eigenverbrauch (mit Stromspeicher) Eingespeister Strom Jährliche Gesamtersparnis
5 kWp 5.000 kWh 2.500 kWh (50 %) 2.500 kWh (50 %) 1.076 € / Jahr
10 kWp 10.000 kWh 4.000 kWh (40 %) 6.000 kWh (60 %) 1.882 € / Jahr
15 kWp 15.000 kWh 5.500 kWh (37 %) 9.500 kWh (63 %) 2.688 € / Jahr

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Fazit: Dachfläche maximal ausnutzen

In Deutschland lohnt es sich 2026 mehr denn je, das Dach vollflächig mit Photovoltaik zu belegen. Da die Grenzkosten für zusätzliche Module und Montageschienen sehr gering sind, bringt eine 10- oder 15-kWp-Anlage nicht nur im Sommer maximale Erträge, sondern sichert Ihnen auch an trüben Herbst- und Frühlingstagen ausreichend Eigenstrom für Haushalt, Wärmepumpe und Elektroauto.

Häufige Fragen & Antworten (FAQ)

Ein Quadratmeter moderner Solarmodule (Wirkungsgrad ca. 22–23 %) hat eine Leistung von rund 220 bis 230 Watt Peak. In Deutschland erzeugt 1 m² Modulfläche je nach Region und Dachausrichtung ca. 200 bis 250 kWh Solarstrom pro Jahr.

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