kWp vs. kWh: Der Unterschied einfach erklärt
Um den Ertrag einer Photovoltaikanlage richtig zu verstehen, müssen Sie zwei Einheiten unterscheiden:
- Kilowatt-Peak (kWp): Die maximale elektrische Nennleistung der PV-Module unter genormten Laborbedingungen (STC: 1.000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur, Air Mass 1,5).
- Kilowattstunden (kWh): Die tatsächliche Strommenge (Energie), die Ihre Anlage über einen bestimmten Zeitraum (z.B. Tag, Monat oder Jahr) erzeugt und in Ihr Hausnetz einspeist.
Als Spezifischer Ertrag (kWh/kWp) wird das Verhältnis aus erzeugtem Strom und installierter Nennleistung bezeichnet. Er ist die wichtigste Kennzahl, um die Qualität und Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage standortunabhängig zu vergleichen.
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Die Grundformel zur Berechnung des PV-Ertrags
Die jährliche Stromerzeugung einer Photovoltaikanlage lässt sich mit folgender Basisformel berechnen:
$$\text{Jahresertrag (kWh)} = \text{Nennleistung (kWp)} \times \text{Spezifischer Ertrag (kWh/kWp)} \times \text{Performance Ratio (PR)}$$
- Nennleistung (kWp): Modulanzahl $\times$ Modulleistung (z.B. 24 Module à 440 Watt = 10,56 kWp).
- Spezifischer Ertrag: Liegt in Deutschland je nach Region zwischen 900 und 1.150 kWh/kWp.
- Performance Ratio (PR): Gibt den Gesamtwirkungsgrad des Systems unter realen Betriebsbedingungen an. Moderne PV-Anlagen mit Hybrid-Wechselrichter und hochwertigen TOPCon- oder HJT-Modulen erreichen einen PR-Wert von 0,80 bis 0,88 (Verluste durch Kabel, Wechselrichter-Wirkungsgrad und Temperatur).
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Ertragstabelle nach Bundesländern 2026
Aufgrund der geografischen Lage und der Sonneneinstrahlung (Globalstrahlung) unterscheidet sich der spezifische Ertrag zwischen Nord- und Süddeutschland spürbar:
| Bundesland / Region | Spezifischer Jahresertrag (kWh/kWp) | Ertrag bei 10 kWp Anlage |
|---|---|---|
| Bayern & Baden-Württemberg | 1.050 – 1.200 kWh/kWp | 10.500 – 12.000 kWh |
| Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland | 980 – 1.080 kWh/kWp | 9.800 – 10.800 kWh |
| Nordrhein-Westfalen (NRW) | 920 – 1.020 kWh/kWp | 9.200 – 10.200 kWh |
| Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt | 950 – 1.060 kWh/kWp | 9.500 – 10.600 kWh |
| Brandenburg & Berlin | 960 – 1.050 kWh/kWp | 9.600 – 10.500 kWh |
| Niedersachsen & Bremen | 880 – 980 kWh/kWp | 8.800 – 9.800 kWh |
| Schleswig-Holstein & Hamburg | 860 – 960 kWh/kWp | 8.600 – 9.600 kWh |
| Mecklenburg-Vorpommern | 900 – 1.000 kWh/kWp | 9.000 – 10.000 kWh |
Faustregel für Deutschland: Für eine schnelle Überschlagsrechnung kalkuliert man im bundesweiten Durchschnitt mit 1.000 kWh Strom pro 1 kWp Leistung.
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Monatsverteilung: Wann liefert die PV-Anlage Strom?
Der Solarertrag schwankt im Jahresverlauf massiv. Rund 70 bis 75 Prozent des gesamten Jahresstroms werden im Sommerhalbjahr von April bis September erzeugt:
| Monat | Anteil am Jahresertrag | Erzeugung bei 10 kWp (10.000 kWh/Jahr) |
|---|---|---|
| Januar | 2,0 % | 200 kWh |
| Februar | 4,0 % | 400 kWh |
| März | 8,5 % | 850 kWh |
| April | 11,5 % | 1.150 kWh |
| Mai | 14,0 % | 1.400 kWh |
| Juni | 15,0 % | 1.500 kWh |
| Juli | 14,5 % | 1.450 kWh |
| August | 13,0 % | 1.300 kWh |
| September | 9,5 % | 950 kWh |
| Oktober | 5,5 % | 550 kWh |
| November | 2,5 % | 250 kWh |
| Dezember | 1,5 % | 150 kWh |
Was bedeutet das für den Eigenverbrauch?
- Im Sommer: Sie haben massiven Stromüberschuss. Ideal für PV-Überschussladen für das E-Auto oder die Warmwasserbereitung mit Wärmepumpe.
- Im Winter (November bis Januar): Die Anlage erzeugt nur rund 6 % des Jahresertrags. Für eine Wärmepumpe im Altbau reicht der Solarstrom im Winter nicht aus — hier deckt das öffentliche Stromnetz den Hauptbedarf.
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Die 4 größten Einflussfaktoren auf Ihren Ertrag
- Ausrichtung und Dachneigung:
- Südausrichtung (30–35° Neigung): 100 % Maximalertrag.
- Ost-West-Ausrichtung (15–25° Neigung): ca. 85–90 % des Spitzenertrags, dafür aber gleichmäßigere Stromerzeugung über den ganzen Tag (morgens und abends).
- Norddach (unter 20° Neigung): erzeugt noch ca. 60–65 % Ertrag und wird bei niedrigen Modulpreisen zunehmend belegt.
- Verschattung durch Bäume oder Gauben:
Bereits die Teilverschattung eines einzelnen Moduls kann ohne geeignete Technik den gesamten Strang ausbremsen. Nutzen Sie bei schwierigen Dächern PV-Leistungsoptimierer.
- Temperaturkoeffizient:
Solarmodule verlieren bei Hitze an Leistung. Bei 60 °C Modultemperatur im Hochsommer sinkt der Wirkungsgrad um etwa 10–15 %. Moderne N-Type-TOPCon- und Heterojunction-Zellen (HJT) weisen mit -0,26 bis -0,30 %/°C deutlich geringere Hitze-Verluste auf als ältere PERC-Module.
- Degradation:
Moderne Glas-Glas-Solarmodule degradieren nur um etwa 0,25 bis 0,4 Prozent pro Jahr. Nach 25 bis 30 Betriebsjahren liefern sie immer noch über 85 bis 90 Prozent ihrer ursprünglichen Nennleistung.
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Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsbeispiele (5 kWp, 10 kWp, 15 kWp)
Wie viel Geld spart Ihnen der erzeugte Strom? Bei 35 Cent/kWh Netzstrompreis und 8,03 Cent/kWh Einspeisevergütung ergibt sich folgende Jahresbilanz:
| Anlagengröße | Jahresertrag (bei 1.000 kWh/kWp) | Eigenverbrauch (mit Stromspeicher) | Eingespeister Strom | Jährliche Gesamtersparnis |
|---|---|---|---|---|
| 5 kWp | 5.000 kWh | 2.500 kWh (50 %) | 2.500 kWh (50 %) | 1.076 € / Jahr |
| 10 kWp | 10.000 kWh | 4.000 kWh (40 %) | 6.000 kWh (60 %) | 1.882 € / Jahr |
| 15 kWp | 15.000 kWh | 5.500 kWh (37 %) | 9.500 kWh (63 %) | 2.688 € / Jahr |
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Fazit: Dachfläche maximal ausnutzen
In Deutschland lohnt es sich 2026 mehr denn je, das Dach vollflächig mit Photovoltaik zu belegen. Da die Grenzkosten für zusätzliche Module und Montageschienen sehr gering sind, bringt eine 10- oder 15-kWp-Anlage nicht nur im Sommer maximale Erträge, sondern sichert Ihnen auch an trüben Herbst- und Frühlingstagen ausreichend Eigenstrom für Haushalt, Wärmepumpe und Elektroauto.




