Die Sätze für Inbetriebnahme 01.08. bis 31.12.2026
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die Sätze nach § 21 Abs. 1 in Verbindung mit §§ 48, 49, 53 EEG 2023 (Bundesnetzagentur, EEG-Förderung). Für Anlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden gilt:
| Anlagenleistung (anteilig) | Teileinspeisung (ct/kWh) | Volleinspeisung (ct/kWh) |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,70 | 12,22 |
| 10 bis 40 kWp | 6,66 | 10,24 |
| 40 bis 100 kWp | 5,44 | 10,24 |
| sonstige Anlagen (Freifläche) bis 100 kW | 6,19 | 6,19 |
Die Sätze gelten anteilig: Eine Anlage mit 12 kWp erhält für die ersten 10 kWp 7,70 ct, für die übrigen 2 kWp 6,66 ct. Das ergibt rechnerisch (10 × 7,70 + 2 × 6,66) ÷ 12 = 7,53 ct/kWh. Für die Vorperiode vom 01.02. bis 31.07.2026 lagen die Sätze bis 10 kWp bei 7,78 ct (Teil) und 12,34 ct (Voll); zum 01.08.2026 sank der Satz um 1 %.
Drei Hinweise zu den Zahlen:
- Die Bundesnetzagentur nennt als Gültigkeit nur bis 31.12.2026, weil das EEG 2023 in dieser Form bis dahin anwendbar ist und eine Nachfolgeregelung im Gesetzgebungsverfahren steht. Eine reguläre Degression zum 01.02.2027 haben wir nicht verifiziert.
- Der im Solarpaket I vorgesehene Aufschlag von 1,5 ct/kWh für Anlagen ab 40 kW ist nach Angabe der Bundesnetzagentur nicht wirksam, weil die beihilferechtliche Genehmigung nicht erteilt wurde.
- In der Direktvermarktung liegt die Marktprämie (anzulegender Wert) jeweils 0,4 ct höher, zum Beispiel 8,10 ct bzw. 12,62 ct bis 10 kWp.
Was das Solarspitzengesetz ändert
Das Solarspitzengesetz gilt seit 25.02.2025 und schafft Regeln für Zeiten mit Stromüberschuss:
- Negative Preise (§ 51 EEG): Wenn der Spotmarktpreis negativ ist, sinkt der anzulegende Wert auf null (§ 51 EEG). Anlagen unter 100 kW sind ausgenommen, bis zum Ende des Kalenderjahres, in dem ein intelligentes Messsystem eingebaut wird.
- Ausgleich (§ 51a EEG): Der Vergütungszeitraum verlängert sich um die Zahl der Viertelstunden mit Nullwert. Bei Solaranlagen gilt dabei der Faktor 0,5, gewichtet nach Monaten von 73 (Dezember) bis 508 (Juni) Volllast-Viertelstunden (§ 51a EEG).
- 60-%-Grenze (§ 9 EEG): Neue Anlagen unter 100 kW mit Einspeisevergütung müssen die Wirkleistungseinspeisung auf 60 % der installierten Leistung begrenzen, bis ein intelligentes Messsystem mit Steuerungseinrichtung eingebaut ist (§ 9 EEG). Was das für Kosten und Ertrag bedeutet, steht im Artikel Smart-Meter-Pflicht.
- Bestandsanlagen: Ein freiwilliger Wechsel in die neuen Regeln ist möglich und bringt nach Angabe des Branchenverbands BSW +0,6 ct/kWh (BSW-Pressemitteilung, 31.01.2025); die Gesetzesstelle haben wir nicht separat geprüft.
EEG-Novelle 2027: Was geplant ist und was nicht gilt
Stand 02.11.2026: Die EEG-Novelle ist noch kein Gesetz. Die folgenden Angaben beschreiben den Regierungsentwurf. Änderungen im Verfahren sind möglich.
Das Bundeskabinett hat am 29.07.2026 den Regierungsentwurf (Drucksache 21/7867) beschlossen, die Gegenäußerung zur Stellungnahme des Bundesrats datiert vom 30.09.2026 (Drucksache 21/8298). Die 1. Lesung im Bundestag war am 24.09.2026, die Anhörung im Ausschuss für Wirtschaft und Energie am 05.10.2026. Die 2. und 3. Lesung stehen aus (Bundestag, Stromsektor).
Inhalt des Entwurfs:
- Die feste Einspeisevergütung für neue Dachanlagen wird abgeschafft. Die Direktvermarktung wird Pflicht.
- Für Anlagen unter 25 kW gibt es nur noch eine Übergangszahlung für 3 Jahre statt 20 Jahre, rechnerisch 5,2 ct/kWh.
- Geplanter Start: 01.01.2027. Anlagen mit Inbetriebnahme bis 31.12.2026 behalten ihre 20 Jahre feste Vergütung (Bestandsschutz).
Laut einem Fachportal (ema-energiewelt, sekundäre Quelle) sieht der Entwurf bis zu 36 Monate Übergang vor, berechtigt wären unter 50 kW bei Inbetriebnahme 2027, unter 25 kW 2028 und unter 7 kW 2029/2030; für Anlagen unter 25 kW in sonstiger Direktvermarktung sei ein Bonus von 1,5 ct/kWh bis 48 Monate vorgesehen. Das BEE erwartet die Abstimmung zwischen 09. und 13.11.2026 und den Bundesrat am 20.11.2026; das sind Verbandsschätzungen. Für die Regelung ist eine EU-Beihilfegenehmigung nötig. Der Bundesrat, Grüne, Linke und die Solarbranche lehnen das Ende der Vergütung für Dachanlagen ab; ob und wie sich der Entwurf ändert, ist offen.
Szenarien und praktische Folge
| Szenario | Was gilt für Inbetriebnahme bis 31.12.2026 | Was gilt ab 01.01.2027 |
|---|---|---|
| Entwurf wird Gesetz | 20 Jahre feste Vergütung (Bestandsschutz) | Übergangszahlung 3 Jahre, rechnerisch 5,2 ct/kWh (unter 25 kW), Direktvermarktung |
| Entwurf wird geändert | 20 Jahre feste Vergütung | offen, möglicherweise günstiger |
| Entwurf scheitert | 20 Jahre feste Vergütung | offen: Es gäbe keine neue Regelung, Sätze nicht verifiziert |
In allen Szenarien ist der sichere Weg derselbe: Inbetriebnahme bis 31.12.2026. Rechnen Sie nicht damit, dass die Politik nachbessert.
Rechenbeispiel (Annahmen: 8 kWp, 8.000 kWh)
- Anlage 8 kWp, Ertrag 8.000 kWh pro Jahr (1.000 kWh/kWp; Herleitung im Artikel PV-Ertrag berechnen).
- Strompreis 37 ct/kWh (BDEW 10/2026: 37,3 ct).
- Eigenverbrauch bei Teileinspeisung 2.000 kWh, Einspeisung 6.000 kWh.
| Betriebsart | Rechnung pro Jahr | Ergebnis |
|---|---|---|
| Teileinspeisung (7,70 ct) | 2.000 kWh × 0,37 € + 6.000 kWh × 0,077 € = 740,00 € + 462,00 € | 1.202,00 € |
| Volleinspeisung (12,22 ct) | 8.000 kWh × 0,1222 € | 977,60 € |
| Entwurf 2027 (nur zum Vergleich) | 6.000 kWh × 0,052 € | 312,00 € pro Jahr, nur 3 Jahre |
Die Volleinspeisung lohnt sich nur bei wenig Eigenverbrauch. Gleichsetzen: 8.000 × 0,077 + E × (0,37 − 0,077) = 977,60, also E = 361,60 ÷ 0,293 ≈ 1.234 kWh. Liegt Ihr Eigenverbrauch darunter, ist Volleinspeisung besser, darüber Teileinspeisung. Über 20 Jahre ohne Alterung der Module wären bei Teileinspeisung 6.000 kWh × 0,077 € × 20 = 9.240 € sicher, nach dem Entwurf 2027 nur etwa 936 € in den ersten drei Jahren, danach Marktpreis. Wie hoch der ist, wissen wir nicht. Ob ein Speicher die Rechnung ändert, zeigt der Artikel Stromspeicher: wann er sich lohnt. Für die Steuer lesen Sie Photovoltaik steuerfrei.
Wenn Sie 2026 noch in Betrieb nehmen wollen: Schritt für Schritt
- Termin schriftlich vereinbaren. Lassen Sie sich Montage- und Inbetriebnahmetermin im Vertrag bestätigen, mit deutlichem Puffer vor dem 31.12.2026.
- Netzbetreiber früh einbinden. Zählerwechsel und Netzbetreiberprozesse können Wochen dauern; fragen Sie nach Fristen.
- Marktstammdatenregister. Registrieren Sie die Anlage nach der Inbetriebnahme im MaStR.
- Inbetriebnahmedatum dokumentieren. Bewahren Sie Protokoll und Bestätigung des Installateurs auf.
- Nicht um jeden Preis. Kaufen Sie keine Anlage, die nur wegen der Vergütung erreichbar wirkt. 7,70 ct sind bei Teileinspeisung nur ein kleiner Teil des Nutzens.
Fallstricke und typische Fehler
- Vergütung mit Neuanlage 2027 verwechseln. Sätze von 2024 oder 2025 sind veraltet; maßgeblich ist der Inbetriebnahmezeitpunkt.
- Entwurf als Gesetz lesen. Die 5,2 ct und die 3 Jahre sind Entwurfsinhalt.
- Inbetriebnahme zu spät. Verzögerungen bei Zähler oder Material können die Frist reißen.
- Volleinspeisung ohne Rechnung. Wer nennenswert Strom selbst nutzt, fährt mit Teileinspeisung besser.
- 60-%-Grenze übersehen. Sie wirkt auf den Ertrag, bis das intelligente Messsystem eingebaut ist.
- Kleine Lösung statt Dachanlage. Wer keine Dachfläche hat, kann mit einem Balkonkraftwerk Eigenverbrauch erzeugen; eine Einspeisevergütung gibt es dafür in der Regel nicht.
Quellen und Stand
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung, Vergütungssätze
- Bundestag: Stromsektor, Textarchiv 2026 (Drucksache 21/7867)
- Gesetze im Internet: § 9 EEG, § 51 EEG, § 51a EEG
- BSW: Pressemitteilung zum Solarspitzengesetz
- ema-energiewelt: EEG-Novelle 2027 (sekundär)
- BDEW: Strompreisanalyse 10/2026
Stand: 2. November 2026. Das Gesetzgebungsverfahren läuft; prüfen Sie vor einer Entscheidung den aktuellen Stand.




