Steuererklärung 2026: PV-Anlage und Wärmepumpe

Für eine typische private PV-Anlage auf dem Einfamilienhaus müssen Sie seit 2022 keine Einnahmen mehr in der Steuererklärung angeben: Anlagen bis 30 kWp je Wohneinheit sind nach § 3 Nr. 72 EStG steuerfrei. Bei der Wärmepumpe ist die Steuer dagegen ein echter Hebel – allerdings nur als Alternative zur KfW-Förderung: § 35c EStG erstattet 20 % der Kosten über drei Jahre, § 35a 20 % der Arbeitskosten. Dieser Ratgeber zeigt, was wohin gehört, wo die Grenzen liegen und welcher Weg sich in welchem Fall rechnet.

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Auf einen Blick

Inhaltsverzeichnis

Photovoltaik: Was muss noch in die Steuererklärung?

Einkommensteuer: meist gar nichts

Nach § 3 Nr. 72 EStG sind Einnahmen aus PV-Anlagen steuerfrei, wenn die Bruttoleistung laut Marktstammdatenregister höchstens 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit beträgt und Sie insgesamt nicht mehr als 100 kWp betreiben. Das gilt für Anlagen auf, an oder in Gebäuden einschließlich Nebengebäuden, ab dem Veranlagungszeitraum 2022. Seit Inbetriebnahmen oder Erweiterungen ab 01.01.2025 gilt die 30-kWp-je-Einheit-Regel für alle Gebäudearten.

Folgen laut Hilfe des Bayerischen Landesamts für Steuern:

  • keine Anlage EÜR und keine Anlage G für die PV-Einnahmen,
  • die Befreiung gilt automatisch; ein Antrag ist nicht nötig, ein Verzicht nicht möglich,
  • Einspeisevergütung und Eigenverbrauch sind damit einkommensteuerlich ohne Bedeutung.

Umsatzsteuer: Nullsteuersatz beim Kauf

Nach § 12 Abs. 3 UStG sind Lieferung und Installation von Modulen, wesentlichen Komponenten und Speichern mit 0 % Umsatzsteuer belegt, wenn die Anlage auf oder in der Nähe einer Privatwohnung installiert wird. Bei einer Bruttoleistung bis 30 kWp wird das vermutet. Sie zahlen also keine Mehrwertsteuer auf die Rechnung – und es gibt auch keine Vorsteuer zu erstatten.

Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung brauchen Sie laut LfSt nicht, wenn die Tätigkeit ab 01.01.2023 begonnen hat, § 3 Nr. 72 greift, Sie umsatzsteuerlich nur PV mit Nullsteuersatz betreiben und die Kleinunternehmerregelung nutzen (Umsatzgrenze seit 2025: 25.000 € im Vorjahr). Die Nummer aus dem Marktstammdatenregister an den Netzbetreiber genügt.

Weitere Details zu Grenzen und Sonderfällen im Ratgeber Photovoltaik steuerfrei.

Wärmepumpe: Drei Wege, von denen Sie nur einen gehen können

Weg Höhe Verteilung Voraussetzung Kombinierbar mit KfW-Zuschuss?
KfW 458 Zuschuss 30 % Grundförderung, + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus (Antrag bis 31.01.2027), + bis 40 % Einkommensbonus; max. 70/80 % von höchstens 28.000 € einmalig nach Prüfung Antrag vor Vertragsabschluss –
§ 35c EStG 20 % der Kosten, max. 40.000 € je Objekt 7 % + 7 % + 6 % über drei Jahre selbstgenutzt, Gebäude älter als 10 Jahre, Fachunternehmer-Bescheinigung nein
§ 35a Abs. 3 EStG 20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 € pro Jahr im Jahr der Zahlung Rechnung, unbare Zahlung nein (für dieselbe Maßnahme)

§ 35c: Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen

§ 35c EStG gilt für selbstgenutztes Wohneigentum in der EU bzw. im EWR, wenn das Gebäude bei Beginn der Maßnahme älter als zehn Jahre ist. Die Ermäßigung beträgt 7 % im Jahr des Abschlusses (max. 14.000 €), 7 % im Folgejahr (max. 14.000 €) und 6 % im dritten Jahr (max. 12.000 €). Begünstigt sind Maßnahmen, die nach dem 31.12.2019 begonnen und vor dem 01.01.2030 abgeschlossen werden.

Bedingungen: Ausführung durch ein Fachunternehmen, Rechnung in deutscher Sprache, Zahlung auf das Konto des Leistenden und eine Bescheinigung nach amtlichem Muster vom Fachunternehmen. Kosten für einen Energieberater sind zu 50 % begünstigt. In der Steuererklärung gehört das in die Anlage „Energetische Maßnahmen“. Ausführlich: Steuerbonus nach § 35c EStG.

Die Ermäßigung wird von der Steuerschuld abgezogen. Wer wenig Einkommensteuer zahlt, kann den Bonus nicht voll nutzen – ein Punkt, an dem der Zuschuss oft gewinnt.

§ 35a: Handwerkerleistungen

Nach § 35a Abs. 3 EStG mindern 20 % der Arbeitskosten (nicht des Materials) die Steuer, maximal 1.200 € pro Jahr. Ausgeschlossen sind öffentlich geförderte Maßnahmen, für die ein zinsverbilligtes Darlehen oder ein steuerfreier Zuschuss in Anspruch genommen wird. Praktisch relevant ist § 35a für die Wartung der Wärmepumpe, für Reparaturen und für Arbeiten, die Sie nicht fördern lassen. Eintrag: Anlage „Haushaltsnahe Aufwendungen“.

Rechenbeispiel (Annahmen: Luft-Wasser-Wärmepumpe 28.000 € brutto, davon 8.000 € Arbeitskosten; selbstgenutztes Einfamilienhaus von 1995; funktionstüchtige Gasheizung von 2004 wird ersetzt; zvE 70.000 €; ausreichende Steuerschuld)

Variante A – KfW 458: 30 % Grundförderung + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus = 46 % von 28.000 € = 12.880 €. Einkommensbonus entfällt bei 70.000 € zvE.

Variante B – § 35c: 20 % von 28.000 € = 5.600 €, verteilt auf 1.960 € (Jahr 1), 1.960 € (Jahr 2) und 1.680 € (Jahr 3).

Variante C – § 35a: 20 % von 8.000 € = 1.600 €, gedeckelt auf 1.200 €.

Ergebnis: Für Selbstnutzer, die den Klimageschwindigkeitsbonus erhalten, ist der KfW-Zuschuss mehr als doppelt so hoch wie der Steuerbonus. § 35c kann sinnvoll sein, wenn ein KfW-Antrag nicht mehr möglich ist – etwa weil der Vertrag schon ohne aufschiebende Bedingung unterschrieben wurde – oder bei Maßnahmen, für die keine oder kaum Förderung gezahlt wird. Prüfen Sie in jedem Fall den Ablauf der KfW-Heizungsförderung, bevor Sie unterschreiben.

Schritt für Schritt: Belege richtig sammeln

  1. Vor der Beauftragung entscheiden: Zuschuss oder Steuer. Ein KfW-Antrag ist nur vor Abschluss eines unbedingten Vertrags möglich.
  2. Rechnung prüfen: Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten getrennt vom Material ausweisen lassen (wichtig für § 35a).
  3. Unbar zahlen: Barzahlung schließt § 35a und § 35c aus.
  4. Bescheinigung anfordern (nur § 35c): amtliches Muster, ausgestellt vom Fachunternehmen.
  5. Im Jahr des Abschlusses die Anlage „Energetische Maßnahmen“ ausfüllen – und in den zwei Folgejahren erneut.
  6. Wartungsrechnungen jedes Jahr unter § 35a eintragen.

Was nicht absetzbar ist

  • Der Strom für die Wärmepumpe – auch mit separatem Tarif. Wie Sie über die Netzentgelte nach § 14a EnWG sparen, steht im Ratgeber Stromnetzentgelte 2026.
  • Arbeitskosten einer KfW-geförderten Installation über § 35a.
  • Eigene Arbeitsleistung.

Sonderfall Schornsteinfeger: Seine Arbeitskosten an einer verbliebenen Feuerstätte (Kamin, Gasheizung) zählen als Handwerkerleistung nach § 35a. Eine rein elektrische Wärmepumpe braucht dagegen gar keinen Schornsteinfeger – mehr im Ratgeber Schornsteinfeger 2026.

Typische Fehler und Fallstricke

  1. Doppelt kassieren wollen: § 35c und § 35a schließen sich gegenseitig und mit dem KfW-Zuschuss für dieselbe Maßnahme aus. Das Finanzamt erfährt von KfW-Auszahlungen ab 3.000 € pro Jahr über die Mitteilungsverordnung.
  2. Gebäude jünger als 10 Jahre: Dann kein § 35c.
  3. Vermietete Wohnung: § 35c gilt nur für Selbstnutzer. Vermieter setzen die Kosten als Werbungskosten an.
  4. PV-Anlage über 30 kWp je Einheit: Dann greift § 3 Nr. 72 nicht; es braucht eine Gewinnermittlung.
  5. Sanierung schlecht geplant: Wer mehrere Maßnahmen kombiniert, sollte die Reihenfolge mit Förderung und Steuer abstimmen – siehe energetische Sanierung in der richtigen Reihenfolge.

Quellen und Stand

Stand: 2. November 2026. Keine Steuerberatung; im Einzelfall Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein fragen.

Häufige Fragen & Antworten (FAQ)

In der Regel nein. Bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit und insgesamt 100 kWp pro Person sind die Einnahmen nach § 3 Nr. 72 EStG steuerfrei. Eine Anlage EÜR oder G ist dafür nicht nötig.

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