Ölheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Kosten 2026

Eine Ölheizung auf eine Wärmepumpe umzurüsten, kostet bei einem Einfamilienhaus laut ADAC 15.000 bis 31.000 € zuzüglich Altbau-Mehrkosten und Tankentsorgung, nach KfW-Zuschuss bleiben bei einem 28.000-€-Angebot je nach Einkommen zwischen 5.600 € (80 % Förderung) und 15.120 € (46 % ohne Einkommensbonus) Eigenanteil. Wer eine funktionierende Ölheizung ersetzt, bekommt als Selbstnutzer bis 31.01.2027 zusätzlich 16 % Klimageschwindigkeitsbonus. Im Beispiel spart der Wechsel bei einem Heizölpreis von rund 168 € je 100 Liter etwa 1.800 € pro Jahr.

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Inhaltsverzeichnis

Muss ich die Ölheizung überhaupt austauschen?

Nein, es gibt keine Austauschpflicht. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, in Kraft seit 29.07.2026) sind die Vorschriften der alten §§ 71 bis 73 GEG weggefallen, damit auch die 65-%-Erneuerbare-Pflicht und die Austauschpflicht für Konstanttemperaturkessel über 30 Jahre. Fossile Heizungen dürfen weiterbetrieben werden. Für neu eingebaute Öl-, Gas- und Flüssiggasheizungen in Bestandsgebäuden gilt dagegen die „Bio-Treppe“ nach § 43 GEG: Mindestanteil Bioöl oder gleichwertiger Brennstoffe 10 % ab 01.01.2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040. Ab 2045 müssen Brennstoffe vollständig klimaneutral sein. Für Mieter sieht das Gesetz bei neu eingebauten fossilen Heizungen ab 2028 eine 50:50-Teilung von CO₂-Kosten und weiteren Kosten vor. Mehr zum Gesetz: GModG 2026.

Ein Ölkessel zu ersetzen ist deshalb eine wirtschaftliche Entscheidung, keine Pflicht. Preisrisiko, Förderverlauf und das Alter des Kessels sind die Argumente.

Kosten der Umrüstung

Posten Betrag Quelle
Luft-Wasser-Wärmepumpe, Einfamilienhaus, gesamt 15.000 bis 31.000 € ADAC, Stand 21.07.2026
Altbau-Zusatz (Heizkörper, Leitungen, Elektrik) 5.000 bis 20.000 € ADAC
Demontage und Entsorgung Kessel und Öltank nach Angebot nicht verlässlich beziffert

Für die Demontage und Entsorgung der Ölanlage haben wir keine belastbare Preisangabe gefunden. Holen Sie dafür ein eigenes Angebot ein und lassen Sie es vom Fachbetrieb ausweisen. Ob die Kosten als Umfeldmaßnahme in die förderfähigen Kosten einfließen, regelt das Infoblatt der Förderstelle. Fragen Sie den Fachbetrieb, bevor Sie beauftragen. Fest steht nur: Für den Klimageschwindigkeitsbonus muss die alte Heizung fachgerecht demontiert und entsorgt werden. Details zur Grundsumme: Wärmepumpe Kosten.

Öltank

Der Tank wird stillgelegt, gereinigt und entweder ausgebaut oder, je nach Landesrecht und Zustand, fachgerecht verfüllt. Welche Regeln für Ihren Tank gelten, erfragen Sie beim Entsorgungsfachbetrieb oder der zuständigen Wasserbehörde. Nach dem Ausbau steht oft ein Kellerraum für Speicher und Technik zur Verfügung. Fragen Sie den Entsorger, ob er Restöl abnimmt oder verrechnet.

Förderung für den Umstieg von Öl

Wer als Selbstnutzer eine funktionierende Ölheizung ersetzt (Alter egal), erhält über KfW 458 bis zum 31.01.2027:

  • 30 % Grundförderung
  • 16 % Klimageschwindigkeitsbonus (12 % bei Antrag ab 01.02.2027, 8 % ab 01.08.2027, 4 % ab 01.02.2028)
  • 40 % / 30 % / 10 % Einkommensbonus bei zvE bis 30.000 / 40.000 / 50.000 €
  • Deckel 70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 %, bezogen auf höchstens 28.000 € (ab 01.02.2027 27.250 €)

Bedingung für den Bonus: Nach dem Einbau darf im Gebäude keine fossile Heizung mehr stehen. Wer den Ölkessel als Reserve behält, verliert den Bonus. Vermieter erhalten nur die 30 % Grundförderung. Die komplette Bonusübersicht steht im Beitrag Wärmepumpe Förderung 2026/27.

Rechenbeispiel (Annahmen: 20.000 kWh Nutzwärme, Heizöl 168 €/100 l)

Annahmen: Das Haus braucht 20.000 kWh Nutzwärme pro Jahr. Der Ölkessel hat einen Nutzungsgrad von 85 % (Annahme). Heizöl kostet laut Heizoel24/esyoil (zitiert nach monrose.de, 16.10.2026) rund 168 bis 169 € je 100 l bei 3.000 l Abnahme; mit 10 kWh je Liter sind das rund 16,9 ct/kWh (eigene Umrechnung). Die Wärmepumpe erreicht eine JAZ von 3,4 (Mittel Luft-Wasser, Fraunhofer ISE), Strom 37 ct/kWh.

Ölheizung Wärmepumpe
Endenergie 20.000 ÷ 0,85 = 23.529 kWh (rund 2.353 l) 20.000 ÷ 3,4 = 5.882 kWh Strom
Kosten pro Jahr 23.529 × 0,169 € = 3.976 € 5.882 × 0,37 € = 2.176 €
Differenz rund 1.800 € pro Jahr

Empfindlichkeit: Heizöl war zuletzt volatil (Dreijahreshoch 179,02 € am 16.09.2026). Läge der Preis bei rund 141 € je 100 l (Juli-Niveau, destatis 118,11 € netto), kostet das Öl 3.318 €, die Ersparnis sinkt auf rund 1.142 €. Strom- und Heizölpreise ändern sich, eine garantierte Ersparnis gibt es nicht.

Investition: Gesamtkosten 28.000 € (Annahme, inklusive Demontage, ohne Tank), Selbstnutzer mit zvE 35.000 € und Antrag bis 31.01.2027: 30 + 16 + 30 = 76 %, gekappt auf 70 %, also 19.600 € Zuschuss und 8.400 € Eigenanteil. Mit Antrag ab 01.02.2027 (12 %, Höchstbetrag 27.250 €): 70 % von 27.250 € = 19.075 €, Eigenanteil 8.925 €.

Amortisation gegenüber dem Weiterbetrieb des alten Kessels: 8.400 € ÷ 1.800 € ≈ 4,7 Jahre, bei 1.142 € Ersparnis ≈ 7,4 Jahre. Wartung, Schornsteinfeger (Pflichten und Kosten) und Reparaturen des Ölkessels sind nicht eingerechnet und würden die Rechnung zugunsten der Wärmepumpe verschieben.

CO₂-Preis und Preisrisiko

Der nationale CO₂-Preis liegt 2026 im Korridor von 55 bis 65 € pro Tonne. Der Bundestag hat am 15.10.2026 das dritte BEHG-Änderungsgesetz beschlossen, das den Korridor 2027 bei 55 bis 65 € beibehält. Ob der Bundesrat zugestimmt hat und das Gesetz verkündet ist, konnten wir nicht verifizieren. Der EU-weite Emissionshandel für Gebäude (ETS2) soll nach der EU-Einigung zum Klimaziel 2040 ein Jahr später, also 2028, starten; damit sind Preisaufschläge ab 2028 schwerer abzuschätzen. Der CO₂-Preis steckt bereits im Heizölpreis. Ein Teil des Risikos bleibt beim Betreiber.

Fallstricke und typische Fehler

  • Vertrag vor Antrag: Wer die Wärmepumpe verbindlich bestellt, bevor der KfW-Antrag gestellt ist, verliert die Förderung.
  • Reserve-Kessel behalten: Beendet den Anspruch auf den Klimageschwindigkeitsbonus.
  • Tank vergessen: Stilllegung und Entsorgung rechtzeitig planen, nicht erst nach dem Einbau.
  • Heizöl vorher auffüllen: Ein voller Tank kurz vor dem Umbau ist totes Kapital.
  • Ohne Vorlauftemperatur-Prüfung planen: In Häusern mit Ölheizung sind oft hohe Vorlauftemperaturen eingestellt. Heizlast und Heizkörper prüfen lassen, siehe Wärmepumpe im Altbau.
  • Gas als Alternative übersehen: Wer nur zwischen Gas und Wärmepumpe wählt, findet den Vergleich unter Wärmepumpe vs. Gasheizung.
  • Preise nicht aktualisieren: Rechnen Sie mit dem Heizölpreis am Tag der Entscheidung, nicht mit dem Vorjahr.

Quellen und Stand

Stand: 2. November 2026.

Häufige Fragen & Antworten (FAQ)

Laut ADAC (Stand 21.07.2026) 15.000 bis 31.000 € für die Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus, im Altbau kommen 5.000 bis 20.000 € dazu. Hinzu kommen Demontage und Tankentsorgung nach Angebot. Der KfW-Zuschuss deckt bis zu 70 bis 80 % von maximal 28.000 € förderfähigen Kosten.

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