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  5. Solarpflicht 2026: Bundesländer im aktuellen Überblick
Ratgeber & Vergleiche•⏱️ 10 Min. Lesezeit•📅 Aktualisiert am 2026-05-26

Solarpflicht 2026: Bundesländer im aktuellen Überblick

In Deutschland gilt ein Flickenteppich unterschiedlicher Solarpflichten. Während einige Bundesländer bereits eine harte PV-Pflicht für Neubauten und Dachsanierungen vorschreiben, haben andere noch keine Regelung. Das GModG sieht ab 2030 eine bundesweite Solarpflicht vor. Dieser Leitfaden verschafft den Überblick über alle 16 Bundesländer.

Solarpflicht 2026: Bundesländer im aktuellen Überblick – Illustration zum Artikel

📋 Auf einen Blick

  • Solarpflicht ist Ländersache – 9 von 16 Bundesländern haben bereits verbindliche PV-Pflicht
  • Harte Pflicht gilt in BW, Bayern, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein
  • GModG § 106 plant bundesweite Solarpflicht für Neubauten ab 2030
  • Typische Sanktion bei Verstoß: Bußgeld bis 50.000 €
  • Betroffen: Neubauten, Dachsanierungen, Parkplätze ab bestimmter Größe

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Solarpflicht in Deutschland — ein Flickenteppich
  • 2. Bundesländer mit harter Solarpflicht
  • 3. Bundesländer mit teilweiser Solarpflicht
  • 4. Bundesländer ohne Solarpflicht (Stand 2026)
  • 5. GModG § 106: Kommt die bundesweite Solarpflicht?
  • 6. Bußgelder und Sanktionen bei Verstoß
  • 7. Solarpflicht umsetzen: Kosten, Förderung, Steuern

Solarpflicht in Deutschland — ein Flickenteppich

Die Photovoltaik-Pflicht (auch Solarpflicht genannt) ist in Deutschland Ländersache. Der Bund hat bislang keine einheitliche Regelung geschaffen, sodass jedes Bundesland eigene Gesetze erlassen hat. Das führt zu einem Flickenteppich aus unterschiedlichen Regelungen, Stichtagen und Sanktionen.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) sieht in § 106 erstmals eine bundesweite Solarpflicht vor – allerdings erst ab 2030 und nur für Neubauten. Bis dahin gelten die Landesregelungen.

Wer ist von der Solarpflicht betroffen?

Die Solarpflicht betrifft in der Regel:

  • Neubauten (Wohn- und Nichtwohngebäude)
  • Dachsanierungen (grundlegende Dachsanierung oder -erneuerung)
  • Parkplätze (ab einer bestimmten Größe)
  • Öffentliche Gebäude (oft mit strengeren Vorgaben)

Bundesländer mit harter Solarpflicht

Die folgenden Bundesländer haben eine verbindliche Solarpflicht für Neubauten und teilweise für Dachsanierungen erlassen:

Bundesland Neubau Dachsanierung Parkplätze Stichtag
Baden-Württemberg ✅ Ja ✅ Ja (ab 2023) ✅ Ja 01.05.2022
Bayern ✅ Ja (teilweise) ❌ Nein ❌ Nein 01.01.2025
Berlin ✅ Ja ✅ Ja ✅ Ja 01.01.2023
Hamburg ✅ Ja ✅ Ja ✅ Ja 01.01.2025
Niedersachsen ✅ Ja ✅ Ja (ab 2025) ✅ Ja 01.01.2025
Nordrhein-Westfalen ✅ Ja ✅ Ja (ab 2026) ❌ Nein 01.01.2025
Bremen ✅ Ja ✅ Ja ✅ Ja 01.01.2025
Schleswig-Holstein ✅ Ja ❌ Nein ✅ Ja 01.01.2025

Details zu den wichtigsten Bundesländern

Baden-Württemberg war 2022 das erste Bundesland mit einer Solarpflicht. Seit dem 1. Mai 2022 müssen alle Neubauten eine PV-Anlage erhalten. Seit 2023 gilt die Pflicht auch bei grundlegenden Dachsanierungen. Die PV-Anlage muss mindestens 60 % der Dachfläche belegen.

Nordrhein-Westfalen hat die Solarpflicht zum 1. Januar 2025 für Neubauten eingeführt. Seit dem 1. Januar 2026 gilt die Pflicht auch für Dachsanierungen. Damit ist NRW das aktuellste Bundesland mit einer erweiterten Solarpflicht. Pro Wohneinheit ist eine Leistung von mindestens 1,5 kWp vorgeschrieben.

Niedersachsen schreibt seit dem 1. Januar 2025 eine Solarpflicht für Neubauten und Dachsanierungen vor. Für Dachsanierungen gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2025 – ab 2026 ist die Pflicht uneingeschränkt wirksam.

Bayern hat eine abgeschwächte Solarpflicht. Seit dem 1. Januar 2025 müssen Neubauten von Nichtwohngebäuden mit einer PV-Anlage ausgestattet werden. Für Wohngebäude (sowohl Neubau als auch Dachsanierung) gilt seit dem 1. Januar 2025 lediglich eine dringende Empfehlung (Soll-Vorschrift) ohne Bußgelder bei Verzicht. Dachsanierungen für Wohngebäude sind von einer Pflicht nicht betroffen.

Bundesländer mit teilweiser Solarpflicht

Einige Bundesländer haben eine eingeschränkte Solarpflicht, die nur bestimmte Gebäudetypen betrifft:

Bundesland Regelung Gültig seit
Hessen Solarpflicht nur für öffentliche Gebäude und Gewerbe-Neubauten 01.01.2025
Rheinland-Pfalz Solarpflicht für Neubauten (außer Wohngebäude unter 100 m²) 01.01.2025
Saarland Solarpflicht für öffentliche Gebäude 01.01.2025
Thüringen Solarpflicht für Landesgebäude (ohne private Wohngebäude) 01.01.2025

Bundesländer ohne Solarpflicht (Stand 2026)

Die folgenden Bundesländer haben keine verbindliche Solarpflicht erlassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Solaranlagen nicht gefördert werden – im Gegenteil, viele bieten attraktive Förderprogramme:

Bundesland Status Alternativen
Brandenburg Keine Solarpflicht Landesförderung für PV-Anlagen
Mecklenburg-Vorpommern Keine Solarpflicht KfW-Förderung + Landesprogramm
Sachsen Keine Solarpflicht Kommunale Förderprogramme
Sachsen-Anhalt Keine Solarpflicht KfW-Förderung
Schleswig-Holstein Nur Neubau-Pflicht Landesförderung für PV + Speicher

GModG § 106: Kommt die bundesweite Solarpflicht?

Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) enthält in § 106 eine wichtige Neuerung: Erstmals soll eine bundeseinheitliche Solarpflicht eingeführt werden.

Geplante Regelung:

  • Ab 2030: Solarpflicht für alle Neubauten von Wohngebäuden
  • Ab 2032: Solarpflicht für alle Neubauten von Nichtwohngebäuden
  • Ausnahmen: Bei Unwirtschaftlichkeit, Denkmalschutz oder Verschattung
  • Keine Pflicht für Bestandsgebäude (anders als in vielen Bundesländern)
  • Keine Pflicht für Dachsanierungen

Bis zum Inkrafttreten der bundesweiten Regelung bleiben die Landesgesetze maßgeblich. Hausbesitzer in Bundesländern ohne Solarpflicht sind bis 2030 nicht verpflichtet, eine PV-Anlage zu installieren – können aber freiwillig von den attraktiven Förderprogrammen profitieren.

Bußgelder und Sanktionen bei Verstoß

Die Nichteinhaltung der Solarpflicht kann teuer werden. Die Bußgelder variieren je nach Bundesland:

Bundesland Maximales Bußgeld Besonderheiten
Baden-Württemberg Bis 50.000 € Ordnungswidrigkeit, wiederholte Verstöße
Berlin Bis 25.000 € Bei Vorsatz bis 50.000 €
Hamburg Bis 50.000 € Auch bei Fahrlässigkeit
Niedersachsen Bis 10.000 € Erstverstoß 1.000–5.000 €
NRW Bis 10.000 € Bei Nichterfüllung der Dachsanierungspflicht
Bayern Bis 5.000 € Milde Sanktionen, viele Ausnahmen

In der Praxis werden Bußgelder selten verhängt. Stattdessen wird die Solarpflicht im Baugenehmigungsverfahren geprüft – ohne PV-Anlage gibt es oft keine Baugenehmigung.

Solarpflicht umsetzen: Kosten, Förderung, Steuern

Auch wenn die Solarpflicht eine Pflicht ist, müssen Sie die Kosten nicht allein tragen. Eine PV-Anlage amortisiert sich in der Regel innerhalb von 10–14 Jahren und profitiert von mehreren staatlichen Vergünstigungen:

Nullsteuersatz (0 % MwSt.)

Seit 2023 sind PV-Anlagen und Speicher auf Wohngebäuden bis 30 kWp von der Umsatzsteuer befreit. Das spart sofort rund 19 % der Investitionskosten.

KfW-Förderung

Über die KfW-Heizungsförderung können Sie zwar keine reine PV-Anlage fördern lassen, aber in Kombination mit einer Wärmepumpe oder als Teil einer umfassenden Sanierung sind Zuschüsse möglich.

Einkommensteuerfrei

Seit 2023 sind Einnahmen aus dem PV-Betrieb (Einspeisevergütung und Eigenverbrauch) bis 30 kWp von der Einkommensteuer befreit. Mehr dazu in unserem Beitrag Photovoltaik steuerfrei: Alle Regeln 2026.

Landesförderungen

Viele Bundesländer bieten zusätzliche Zuschüsse:

  • Bayern (Kommunen): Landesweites 10.000-Häuser-Programm wurde eingestellt; Förderung erfolgt nur noch über kommunale Programme (z. B. München).
  • NRW (Kommunen): Keine progres.nrw-Förderung mehr für Balkonkraftwerke; viele Städte bieten jedoch Zuschüsse von 50 € bis 500 € an.
  • Baden-Württemberg: Zinsgünstige Darlehen (L-Bank-Programm „Wohnen mit Zukunft")
  • Niedersachsen (Kommunen): Keine landesweite Direktförderung mehr; Unterstützung erfolgt über kommunale Programme (z. B. Hannover via proKlima).

❓ Häufige Fragen & Antworten (FAQ)

Das GModG sieht in § 106 eine bundesweite Solarpflicht für Neubauten ab 2030 vor. Bis dahin gelten die Landesregelungen. Eine Solarpflicht für Bestandsgebäude oder Dachsanierungen ist auf Bundesebene nicht geplant.

Baden-Württemberg und Berlin haben die strengsten Regelungen. Beide schreiben die Solarpflicht für Neubauten, Dachsanierungen und Parkplätze vor. Die höchsten Bußgelder drohen in Baden-Württemberg und Hamburg (bis 50.000 €).

Ja, in den meisten Bundesländern gibt es bei Verschattung keine automatische Befreiung. Allerdings können Ausnahmen beantragt werden, wenn die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist. Eine Einzelfallprüfung durch das Bauamt ist erforderlich.

Die Anforderungen variieren je nach Bundesland. In Baden-Württemberg müssen mindestens 60 % der Dachfläche belegt werden. In NRW sind 1,5 kWp pro Wohneinheit vorgeschrieben. Die genauen Vorgaben finden Sie im jeweiligen Landesgesetz.

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