Der Heizungstausch im Mehrfamilienhaus (MFH) ist eine besondere Herausforderung: Höhere Leistungsklassen, komplexe Entscheidungswege in der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) und ein deutlich größeres Budget als im Einfamilienhaus. Doch auch hier ist die Wärmepumpe ab 2026 die erste Wahl. Dank der hohen Förderung pro Wohneinheit, sinkender Strompreise und des GEG-Zwangs zur erneuerbaren Heizung lohnt sich die Investition für jede Eigentümergemeinschaft.
Mehrfamilienhäuser haben in der Regel einen Heizwärmebedarf von 40.000 bis 100.000 kWh pro Jahr – je nach Größe, Baujahr und Dämmzustand. Bisher wurden diese Gebäude meist mit Gas-Zentralheizungen oder Fernwärme versorgt. Beide Optionen werden jedoch zunehmend teurer:
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Anders als im Einfamilienhaus kommt im MFH nicht einfach eine Standard-Luft-Wasser-Wärmepumpe zum Einsatz. Hier sind spezielle Lösungen gefragt:
Eine Kaskadenschaltung verbindet mehrere Wärmepumpen (meist 2 bis 4 Geräte) zu einem gemeinsamen System. Die Vorteile:
Viele bestehende Mehrfamilienhäuser haben noch klassische Radiatoren und keine Fußbodenheizung. Hier werden Hochtemperatur-Wärmepumpen benötigt, die Vorlauftemperaturen von 65 bis 75 °C erreichen. Modelle mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan) sind dafür besonders geeignet und erhalten zusätzlich den 5-%-Effizienzbonus bei der KfW-Förderung.
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Die Kosten sind stark abhängig von der Gebäudegröße, der benötigten Leistung und den baulichen Gegebenheiten. Zum Vergleich: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus kostet 2026 etwa 25.000–40.000 €. Im MFH skalieren die Kosten mit der Anzahl der Wohneinheiten:
| Gebäudegröße | Heizleistung | Kostenspanne (brutto, vor Förderung) |
|---|---|---|
| 3–4 Wohneinheiten (kleines MFH) | 12–18 kW | 40.000 – 60.000 € |
| 5–8 Wohneinheiten (mittleres MFH) | 18–30 kW | 55.000 – 80.000 € |
| 9–15 Wohneinheiten (großes MFH) | 30–50 kW | 80.000 – 120.000 € |
| Kostenposition | Anteil |
|---|---|
| Wärmepumpen (Kaskade, 2–4 Geräte) | 30–40 % |
| Pufferspeicher (500–2.000 Liter) | 5–10 % |
| Hydraulik, Rohrleitungen, Pumpen | 15–20 % |
| Elektroinstallation & Netzanschluss | 10–15 % |
| Demontage alte Heizung | 5–8 % |
| Planung, Energieberatung, Heizlastberechnung | 5–10 % |
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Der entscheidende Vorteil für Mehrfamilienhäuser: Die KfW-Förderung berechnet sich gestaffelt nach Anzahl der Wohneinheiten. Anders als beim Einfamilienhaus (pauschal 30.000 € förderfähige Kosten) gelten im MFH gestaffelte Höchstgrenzen. Die genauen Fördersätze und Voraussetzungen des KfW 458 finden Sie in unserem ausführlichen Förderratgeber.
| Wohneinheiten | Maximal förderfähige Kosten |
|---|---|
| 1. WE | 30.000 € |
| 2. bis 6. WE | je 15.000 € |
| Ab 7. WE | je 8.000 € |
Bei einem 6-Parteien-Haus ergibt sich: 30.000 € + 5 × 15.000 € = 105.000 € maximale förderfähige Kosten.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Maximal förderfähige Kosten (Staffelung) | 105.000 € |
| Tatsächliche Investitionskosten | 70.000 € |
| Fördersatz (Grund + Klimabonus) | 50 % |
| Förderung (50 % von 70.000 €) | 35.000 € |
| Eigenanteil gesamt | 35.000 € |
| Eigenanteil pro Wohnung | ca. 5.830 € |
Bei vermieteten Objekten kann der Vermieter die Kosten über die Modernisierungsumlage auf die Kaltmiete umlegen (8 % pro Jahr).
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Der Beschluss zum Heizungstausch in einer Wohnungseigentümergemeinschaft folgt den Regeln des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG). Seit der Reform 2020 gilt:
Unser Tipp: Beauftragen Sie vor der WEG-Versammlung einen Energieberater, der die wirtschaftlichen Vorteile der Wärmepumpe neutral darlegt.
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Das ursprüngliche Gebäudeenergiegesetz (GEG) schrieb seit 2024 vor, dass neue Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Die schwarz-rote Koalition hat diese Pflicht im Februar 2026 abgeschafft. Für Mehrfamilienhäuser bedeutet die aktuelle Lage:
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Ausgangslage: Ein Mehrfamilienhaus Baujahr 1985 mit 8 Wohnungen (insgesamt 800 m²), bisher Gas-Zentralheizung. Der alte Gaskessel ist 22 Jahre alt und muss ersetzt werden.
| Schritt | Beschreibung | Kosten |
|---|---|---|
| 1. Heizlastberechnung | Energieberater ermittelt 28 kW Heizlast | 1.500 € |
| 2. Kaskade aus 3 Wärmepumpen | 3 × 10 kW Luft-Wasser-WP (R290) | 45.000 € |
| 3. Pufferspeicher | 1.500 Liter inkl. Hydraulik | 5.500 € |
| 4. Demontage Gas & Anschlussarbeiten | Alten Kessel raus, neue Rohrleitungen | 12.000 € |
| 5. Elektrik & Netzanschluss | Starkstromanschluss, Smart Meter | 6.000 € |
| Gesamtinvestition | 70.000 € | |
| Förderfähige Kosten (Staffelung) | 30k + 5×15k + 2×8k = 121.000 € | |
| KfW-Förderung (50 % von 70.000 €) | –35.000 € | |
| Eigenanteil gesamt | 35.000 € | |
| Jährliche Heizkosten alt (Gas) | ca. 18.000 € | |
| Jährliche Heizkosten neu (WP) | ca. 8.500 € | |
| Jährliche Ersparnis | 9.500 € |
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Eine professionelle Heizlastberechnung ist absolut Pflicht.
Im MFH ist ein ausreichend großer Pufferspeicher entscheidend. Faustformel: 20 bis 30 Liter pro kW Heizleistung.
Prüfen Sie, ob die vorhandenen Steigleitungen für die niedrigeren Volumenströme einer Wärmepumpe geeignet sind.
Im MFH muss der Platz für mehrere Außengeräte gefunden werden. Beachten Sie die Lärmschutzauflagen — besonders wichtig: der verschärfte Schall-Check 2026 für die KfW-Förderung.
Die Wärmepumpe muss genug Reserven haben, um die Legionellenschaltung (einmal pro Woche auf 60 °C) zu bewältigen.
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Der Umstieg auf eine Wärmepumpe ist für Mehrfamilienhäuser 2026 wirtschaftlicher denn je. Die gestaffelte KfW-Förderung senkt die Investitionskosten drastisch – oft auf unter 6.000 Euro pro Wohnung. Die Betriebskosten sind halb so hoch wie bei Gas oder Öl.
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