Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe tatsächlich? Diese Frage beschäftigt jeden Hausbesitzer vor der Anschaffung. Die gute Nachricht: Der Verbrauch lässt sich mit einer einfachen Formel präzise abschätzen. Mit dem Wissen um die Jahresarbeitszahl (JAZ), den Heizwärmebedarf Ihres Hauses und die richtigen Stromtarife können Sie Ihre Kosten schon vor dem Einbau genau kalkulieren. Dieser Artikel zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie es geht – mit konkreten Beispielen für verschiedene Haustypen.
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe hängt von nur zwei Faktoren ab: Ihrem Heizwärmebedarf (wie viel Wärme Ihr Haus benötigt) und der Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe (wie effizient sie arbeitet).
Die Formel lautet:
Stromverbrauch (kWh) = Heizwärmebedarf (kWh) ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)
Ihr Haus benötigt 20.000 kWh Wärme pro Jahr. Ihre Wärmepumpe erreicht eine JAZ von 3,3.
20.000 kWh ÷ 3,3 = 6.060 kWh Stromverbrauch pro Jahr
Bei einem Wärmepumpen-Stromtarif von 24 Cent/kWh ergibt sich:
6.060 kWh × 0,24 € = 1.454 € Stromkosten pro Jahr
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Die JAZ ist der wichtigste Wert für Ihre Stromkosten. Sie gibt an, wie viel kWh Wärme die Wärmepumpe aus 1 kWh Strom erzeugt. Eine JAZ von 3,3 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3,3 kWh Wärme.
| Gebäudetyp | Heizsystem | Typische JAZ |
|---|---|---|
| Neubau (nach 2020) | Fußbodenheizung | 4,0 – 5,0 |
| Neubau (2000–2020) | Fußbodenheizung | 3,8 – 4,5 |
| Neubau (2000–2020) | Heizkörper | 3,5 – 4,0 |
| Altbau saniert (nach 2010) | Heizkörper | 3,2 – 3,8 |
| Altbau unsaniert | Heizkörper | 2,8 – 3,3 |
Die tatsächliche JAZ hängt stark von der Vorlauftemperatur ab. Häuser mit Fußbodenheizung (30–35 °C) erreichen deutlich höhere Werte als Altbauten mit Radiatoren (50–65 °C). Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Wärmepumpe im Altbau: Geht das?.
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| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Wohnfläche | 100 m² |
| Heizwärmebedarf | 8.000 kWh/Jahr |
| JAZ (Fußbodenheizung, Neubau) | 4,5 |
| Stromverbrauch Heizung | 8.000 ÷ 4,5 = 1.778 kWh |
| Warmwasser (2 Personen) | + 1.200 kWh |
| Gesamt-Stromverbrauch | 2.978 kWh/Jahr |
| Stromkosten (24 ct/kWh) | 715 €/Jahr |
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Wohnfläche | 150 m² |
| Heizwärmebedarf | 18.000 kWh/Jahr |
| JAZ (Heizkörper, sanierter Altbau) | 3,5 |
| Stromverbrauch Heizung | 18.000 ÷ 3,5 = 5.143 kWh |
| Warmwasser (3 Personen) | + 1.800 kWh |
| Gesamt-Stromverbrauch | 6.943 kWh/Jahr |
| Stromkosten (24 ct/kWh) | 1.666 €/Jahr |
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Wohnfläche | 200 m² |
| Heizwärmebedarf | 30.000 kWh/Jahr |
| JAZ (Heizkörper, unsaniert) | 3,0 |
| Stromverbrauch Heizung | 30.000 ÷ 3,0 = 10.000 kWh |
| Warmwasser (4 Personen) | + 2.400 kWh |
| Gesamt-Stromverbrauch | 12.400 kWh/Jahr |
| Stromkosten (24 ct/kWh) | 2.976 €/Jahr |
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Die Warmwasserbereitung macht einen erheblichen Teil des Stromverbrauchs aus. Pro Person sollten Sie mit 500 bis 800 kWh Stromaufwand pro Jahr rechnen. Dabei beeinflussen zwei Faktoren den Verbrauch:
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Normale Haushaltsstromtarife liegen 2026 bei durchschnittlich 37 Cent/kWh (BDEW). Spezielle Wärmepumpen-Stromtarife beginnen dagegen bei 20 bis 26 Cent/kWh – ein Unterschied von bis zu 17 Cent pro Kilowattstunde. Der Grund: Ihr Netzbetreiber schaltet die Wärmepumpe kurzzeitig ab, wenn das Netz überlastet ist (nach § 14a EnWG). Das bemerken Sie im Haus nicht, da der Pufferspeicher die Wärme zwischenspeichert.
Faustformel für die Ersparnis:
6.000 kWh × (37 ct − 24 ct) = 780 € Ersparnis pro Jahr
Ein Vergleich der Wärmepumpen-Tarife lohnt sich daher enorm. Ein guter Wärmepumpen-Stromtarif kann Ihre Heizkosten um über 30 % senken. Einen detaillierten Vergleich der aktuellen Wärmepumpen-Stromtarife 2026 mit Preisen und Empfehlungen finden Sie in unserem separaten Ratgeber.
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Die Formel liefert eine Prognose vor dem Einbau. Nach der Installation sollten Sie den tatsächlichen Verbrauch messen:
Um die Effizienz zu optimieren, ist es hilfreich zu wissen, wie viel Strom auf Heizung und wie viel auf Warmwasser entfällt. Die einfachste Methode: Schalten Sie im Sommer (wenn nicht geheizt wird) die Heizung aus. Der dann gemessene Stromverbrauch entspricht dem Warmwasser-Anteil. Ziehen Sie diesen vom Jahresverbrauch ab, erhalten Sie den reinen Heizstrom.
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Ein oft übersehener Faktor: Der Pufferspeicher verliert ständig Wärme an den Aufstellraum. Ein schlecht gedämmter 500-Liter-Pufferspeicher verursacht 200 bis 500 kWh Standby-Verluste pro Jahr. Diese Verluste muss die Wärmepumpe ausgleichen. Achten Sie daher auf:
Wärmepumpen mit Kühlfunktion verbrauchen im Sommer nur minimal Strom — typischerweise 300 bis 800 Watt im Kühlbetrieb, was bei 30 Kühltagen auf nur 72 bis 192 kWh hinausläuft. Eine willkommene Zusatznutzung ohne nennenswerte Mehrkosten.
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Regelmäßige Wartung ist kein Luxus, sondern eine Investition, die sich direkt in Ihrer Stromrechnung bemerkbar macht. Verschmutzte Lamellen am Außengerät oder ein falsch eingestellter Kältekreis können die JAZ um 0,3 bis 0,5 Punkte verschlechtern. Bei 6.000 kWh Stromverbrauch bedeutet das 200 bis 400 Euro Mehrkosten pro Jahr. Eine Wartung alle zwei Jahre ist empfehlenswert – und meist Voraussetzung für die Herstellergarantie.
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