KfW 459 oder 458: Heizungsförderung für Vermieter und WEG

Vermieter erhalten für eine neue Heizung 30 % Zuschuss, Boni gibt es für vermietete Wohnungen nicht. Welches Programm gilt, hängt vom Eigentümer ab: Private Vermieter als natürliche Personen und Wohnungseigentümergemeinschaften beantragen über die KfW 458, Unternehmen, GbR und Genossenschaften über die KfW 459. Beide nutzen dieselben Höchstbeträge von 28.000 € für die erste und 15.000 € für jede weitere Wohneinheit bis zur sechsten.

KfW 459 oder 458: Heizungsförderung für Vermieter und WEG – Illustration zum Artikel

Auf einen Blick

Inhaltsverzeichnis

Welches Programm für wen?

Eigentümer Programm Grundförderung Boni Quelle
Privatperson, vermietet Haus oder Wohnung KfW 458 30 % keine für vermietete WE Merkblatt 458
Privatperson, bewohnt eine WE im eigenen Mehrfamilienhaus KfW 458 30 % Klima- und Einkommensbonus nur für die selbstgenutzte WE Merkblatt 458
Wohnungseigentümergemeinschaft (Gemeinschaftseigentum) KfW 458, Basisantrag durch Verwaltung 30 % Zusatzantrag je selbstnutzendem Eigentümer Merkblatt 458
GbR, GmbH, KG, Einzelunternehmen, Freiberufler KfW 459 30 % keine Merkblatt 459
Wohnungsbaugenossenschaft, Verein, Gemeinnützige KfW 459 30 % keine Merkblatt 459
Kommune KfW 422 eigenes Programm Merkblatt 459

Im Grundbuch eingetragene GbR und ihre Gesellschafter sind in der 458 ausdrücklich nicht antragsberechtigt (Merkblatt 458). Wer als Ehepaar in GbR-Form vermietet, muss deshalb über die 459 gehen (Merkblatt 459, gültig ab 24.09.2026). Die Höhe der Förderung ist identisch, nur Antragsweg und Nachweise unterscheiden sich, zum Beispiel braucht eine GbR ohne Steuernummer eine Pseudosteuernummer.

Gibt es eine „KfW 522“ für WEG?

Nein. In älteren Ratgebern taucht eine „KfW 522“ für Eigentümergemeinschaften auf; ein solches aktuelles BEG-Produkt existiert nicht. WEG beantragen den Heizungszuschuss über die 458. Für Nichtwohngebäude gibt es einen Ergänzungskredit 523, der hier nicht weiterhilft.

Höchstbeträge im Mehrfamilienhaus

Der förderfähige Höchstbetrag gilt pro Gebäude und verteilt sich gleichmäßig auf alle Wohneinheiten. Bei Anträgen bis 31.01.2027:

Wohneinheiten Förderfähig max. Zuschuss 30 %
1 28.000 € 8.400 €
2 43.000 € 12.900 €
4 73.000 € 21.900 €
6 103.000 € 30.900 €
10 135.000 € 40.500 €

Ab der 7. Wohneinheit kommen je 8.000 € hinzu. Ab 01.02.2027 sinkt der Betrag für die erste Wohneinheit halbjährlich um 750 €. Betrifft die Maßnahme nicht alle Wohnungen (zum Beispiel eine Gas-Etagenheizung wird ersetzt), gilt nur der anteilige Höchstbetrag.

Lebt der Eigentümer selbst im Haus, gibt es den Klimageschwindigkeitsbonus nur anteilig: Der Anteil entspricht dem Anteil der selbstgenutzten Wohneinheiten am Gebäude. Der Einkommensbonus gilt nur für die eigene Wohneinheit. Die genauen Bonusregeln stehen auf der Seite zur KfW 458.

Selbstnutzer im eigenen Mehrfamilienhaus

Wohnt die Eigentümerin selbst in einer von drei Wohnungen, mischt sich beides. Die Grundförderung von 30 % gilt für das ganze Gebäude. Der Klimageschwindigkeitsbonus wird laut Richtlinie (Nr. 8.4.4) nur anteilig gewährt, und zwar im Verhältnis der selbstgenutzten Wohneinheiten zu allen Wohneinheiten. Bei förderfähigen Kosten von 54.000 € und einer von drei Wohnungen selbst bewohnt wären das 16 % × 54.000 € × 1/3 = 2.880 € zusätzlich zur Grundförderung von 16.200 €. Der Einkommensbonus bezieht sich ausschließlich auf die selbst bewohnte Wohnung. Wie die KfW die Kosten dafür genau zuordnet, regelt das Merkblatt mit Beispielen auf kfw.de/458; lassen Sie die Berechnung vor dem Antrag vom Fachbetrieb oder Experten prüfen.

Bei vermieteten Eigentumswohnungen in einer WEG gilt: Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum (zentrale Heizung) beantragt die WEG; der vermietende Eigentümer stellt keinen Zusatzantrag, weil es für ihn keine Boni gibt. Maßnahmen am Sondereigentum, etwa eine Wärmepumpe nur für die eigene Wohnung, beantragt der Eigentümer selbst.

Rechenbeispiel (Annahmen: private Vermieterin, Mehrfamilienhaus mit 4 gleich großen Wohnungen à 75 m², Wärmepumpe für 70.000 € inkl. Umfeldmaßnahmen, Antrag 2026)

Zuschuss: Förderfähig sind bis 73.000 €, also die vollen 70.000 €. Zuschuss 30 % = 21.000 €.

Modernisierungsumlage nach § 559e BGB:

  • Aufgewendete Kosten: 70.000 €, davon gelten pauschal 15 % als Erhaltung (bei Wärmepumpen anzusetzen; die Ausnahme gilt nur für Heizungen im Sinne des § 43 GModG): 59.500 €
  • Abzüglich Förderung: 59.500 € − 21.000 € = 38.500 €
  • 10 % davon pro Jahr: 3.850 €, also rechnerisch 80,21 € pro Wohnung und Monat bzw. 1,07 €/m²
  • Kappung: höchstens 0,50 €/m² monatlich innerhalb von 6 Jahren, also 37,50 € pro Wohnung und Monat, zusammen 1.800 € pro Jahr

Ohne Förderantrag, obwohl er möglich wäre, darf nur nach § 559 (8 %) umgelegt werden. Die Förderung zu beantragen ist für Vermieter also auch mietrechtlich geboten. Was Mieter dulden müssen und wie sie widersprechen können, erklärt der Ratgeber zu Wärmepumpe in der Mietwohnung.

Finanzierung des Rests: Den Eigenanteil von 49.000 € kann die Vermieterin über den Ergänzungskredit 359 finanzieren (bis 100 % der förderfähigen Kosten, max. 120.000 € je WE); die Plus-Variante 358 ist für Mehrfamilienhäuser nicht möglich, siehe Ergänzungskredit 358/359.

Ablauf für Vermieter und WEG

  1. Programm bestimmen (458 oder 459, siehe Tabelle).
  2. BzA durch Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experte; Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung.
  3. Antrag vor Vorhabenbeginn in „Meine KfW“; bei der WEG stellt die Verwaltung den Basisantrag auf Grundlage eines Beschlusses.
  4. Selbstnutzer in der WEG: Zusatzantrag für Boni spätestens 6 Monate nach Zusage des Basisantrags.
  5. Umsetzung in 36 Monaten, Modernisierungsankündigung an die Mieter rechtzeitig vor Beginn.
  6. BnD und Nachweise innerhalb von 6 Monaten nach der letzten Rechnung; bei WEG mit Zuschuss ab 15.000 € zusätzlich Kontonachweis der WEG.

Den Ablauf im Detail zeigt der KfW-Antrag Schritt für Schritt.

Typische Fehler

  • GbR über 458: nicht antragsberechtigt, Antrag wird abgelehnt.
  • Boni für vermietete Wohnungen eingerechnet: Der Zuschuss für Vermieter bleibt bei 30 %.
  • Höchstbeträge von früher: Bis Juli 2026 galten 30.000 € für die erste Wohneinheit; heute sind es 28.000 €, ab Februar 2027 weniger.
  • Umlage ohne Förderabzug: Bei § 559e wird die Förderung abgezogen, und die Kappung von 0,50 €/m² greift fast immer.
  • Steuerbonus erwartet: § 35c EStG gilt nur für selbst genutzte Objekte.

Quellen und Stand

Stand: 2. November 2026.

Häufige Fragen & Antworten (FAQ)

Ja, über die KfW 458 mit 30 % Grundförderung. Für die erste Wohneinheit sind bis 28.000 € förderfähig (Antrag bis 31.01.2027), also bis 8.400 € Zuschuss. Klima- und Einkommensbonus gibt es für vermietete Wohnungen nicht.

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